Tauchsafaris · Australien
Spoilsport – stabiler Ausgangspunkt für große Riffe
Was dieses Schiff einzigartig macht
- Der Doppelrumpf hält die Spoilsport auch auf offenen Überfahrten vergleichsweise ruhig.
- Das große Tauchdeck ist für Fotografen, lange Tauchgänge und unterschiedliche Tauchstile eingerichtet.
- Cod Hole, Osprey Reef und Holmes Reef verbinden zutrauliche Potato Cods mit Steilwänden und Großfisch.
- Von Juni bis Juli besteht die Möglichkeit, Zwerg-Minkewale an den Ribbon Reefs zu begegnen.
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Die Einladung
Die Spoilsport ist für Taucher gebaut, nicht nachträglich zu einem Tauchboot umgerüstet worden. Ihr Doppelrumpf macht den Unterschied, wenn das Coral Sea offen liegt und die Überfahrt nicht nur aus dem Blick auf den Horizont besteht. Dazu kommt ein Tauchdeck, auf dem Fotografen, Rebreather-Taucher und Sidemount-Taucher ihren Platz finden, ohne dass der Ablauf für alle gleich aussehen muss. Wer nach Cairns kommt, um die Ribbon Reefs und die abgelegenen Atolle des Korallenmeers zu tauchen, sucht hier vor allem Stabilität, Platz und viele Möglichkeiten unter Wasser. Im Juni und Juli kommt die Chance auf Zwerg-Minkewale hinzu. Das ist kein gewöhnlicher Reef-Trip, sondern eine Reise zwischen vertrauten Riffmotiven und dem Gefühl, weit draußen auf eigene Rechnung des Meeres zu sein.
An Bord gehen
Vom Kai aus wirkt die Spoilsport wie ein Arbeitsboot mit klarer Aufgabe: kein schwimmendes Hotel, sondern ein geräumiger Rumpf, dessen Wege zum Tauchdeck führen. Der Doppelrumpf nimmt dem Schiff einen Teil des seitlichen Rollens, was schon beim Ankommen auffällt und später beim Anrödeln angenehm wird. Innen gibt es einen klimatisierten Salon, außen ein Sonnendeck und Plätze, an denen man zwischen den Tauchgängen nicht im Weg steht. Die Konstruktion ist zweckmäßig und auf Taucher ausgerichtet. Man findet sich schnell zurecht, weil die wichtigen Wege kurz bleiben und das Tauchdeck nicht hinter mehreren Ebenen versteckt liegt.
Die Stimmung an Bord
Die Spoilsport lebt von einer Mischung aus konzentriertem Tauchbetrieb und auffallend guter Verpflegung. Die Crew bleibt im Ablauf präsent, ohne sich zwischen Taucher und Riff zu stellen: Sie hält das Deck in Ordnung, unterstützt beim Ein- und Ausstieg und sorgt dafür, dass aus vielen einzelnen Tauchgängen eine gemeinsame Reise wird. Nach einigen Tagen kennt man die Gesichter, die morgens beim Briefing auftauchen, und die Leute, mit denen man abends die Bilder durchgeht. Der Salon und das Sonnendeck werden zu Treffpunkten, besonders wenn die Sichtungen des Tages noch nicht ausdiskutiert sind. Das Schiff wird beim Komfort etwas schwächer bewertet als Crew, Küche und Tauchen. Dafür bekommt man ein Boot, dessen Mannschaft die Erfahrung an Bord spürbar auffängt.
Die Tauchplätze
Die Route kann bei Cairns beginnen und wieder dort enden; je nach Reise stehen Fly-Dive-Fahrten zum Cod Hole, kürzere Coral-Sea-Trips, mehrtägige Coral-Sea-Safaris sowie kombinierte Expeditionen auf dem Plan. Die Fly-Dive-Cod-Hole-Reise dauert vier Tage und drei Nächte, die Fly-Dive-Coral-Sea-Reise fünf Tage und vier Nächte. Längere Safaris und Exploratory-Trips dauern sechs bis acht Tage mit fünf bis sieben Nächten. Am Cod Hole geht es bis -16 m. Dort stehen die zutraulichen Potato Cods im Mittelpunkt, die sich in ihrer natürlichen Umgebung aus der Nähe beobachten lassen. Osprey Reef reicht bis -40 m und verbindet abgelegenes Atoll, steile Topografie und Begegnungen mit grauen Riffhaien, Weißspitzen-, Silberspitzen- und Hammerhaien. Holmes Reef reicht ebenfalls bis -40 m; seine Wände fallen in große Tiefe ab, während Haie, Barrakudas und Thunfische an den Kanten unterwegs sein können.
Was man unter Wasser trifft
Auf dieser Route reicht das Schauspiel vom kleinen Riffbewohner bis zum Großfisch im Blauwasser. An den Riffen können Weichkorallen, Schwämme, Nacktschnecken, Wobbegongs, Potato Cods und große Schwärme den Tauchgang bestimmen. Strömung und offene Riffkanten bringen bei Osprey Reef Haie, Barrakudas, Trevallies, Thunfische und mit etwas Glück einen Hammerhai ins Blickfeld. Was die einzelnen Plätze besonders macht, ist klar verteilt: Die Manta-Rochen, grünen Meeresschildkröten, Muränen, Fusiliere, Gaterine und Kraken dieser geprüften Route sind Osprey Reef zugeordnet. Holmes Reef ist der Ort für den Riesen-Zackenbarsch und Meeresschildkröten. Am Cod Hole sucht man die großen Potato Cods, Weichkorallen und Nacktschnecken. Im Juni und Juli können an den Ribbon Reefs Zwerg-Minkewale auftauchen, wenn sie dort durchziehen.
Die, die euch ins Wasser bringen
Die Crew spricht Englisch. Zum Team gehören mehrere Dive Master sowie Kapitän, Ingenieur, Koch, Host, Foto- und Video-Profi und weitere Hände an Bord. Die Tauchgänge werden über Briefings organisiert, die Crew begleitet den Ablauf aber nicht als starre Formation: Die offene Tauchdeck-Politik lässt innerhalb sicherer Grenzen lange und selbstbestimmte Tauchgänge zu. Sauerstoff, Erste-Hilfe-Ausrüstung, Funk, Radar, GPS, Ortungssender, Rettungsboote und Leuchtraketen gehören zur Sicherheitsausstattung. Auch Mobilfunk und Satellitentelefone sind an Bord. Angaben zu Gruppengröße, geforderten Brevets, Mindestzahl an Tauchgängen, Defibrillator, Rückrufsystem und konkreten Ausbildungen liegen nicht vor. Wer ein spezielles Niveau oder eine besondere Begleitung braucht, sollte das vor der Buchung mit dem Veranstalter klären.
Das Tauchdeck und die Ausrüstung
Das Tauchdeck ist groß und bleibt offen für unterschiedliche Arten zu tauchen. Es gibt zwei große Schlauchboote, Einstiegs- und Ausstiegsplattformen, eine Süßwasserdusche sowie getrennte Spülbecken für Kameras. Für die Unterwasserfotografie stehen Kamerastationen mit Druckluftpistolen und eigene Süßwasserbecken bereit; Akkus können in den Kabinen geladen werden. Nitrox ist verfügbar, ebenso DIN-Adapter. Technisches Tauchen, Rebreather und Sidemount sind vorgesehen, wobei die konkrete Eignung vom jeweiligen Trip und der eigenen Qualifikation abhängt. Tanks, Luftfüllungen und Gewichtsgurt gehören zum Tauchpaket. Leihausrüstung kann genutzt werden. Was fehlt, sind Angaben zu Flaschenvolumen, Material und dem Verfahren zur Nitrox-Herstellung; darüber sollte man sich vor der Abfahrt direkt informieren.
Zwischen zwei Tauchgängen
Zwischen den Tauchgängen verteilt sich das Leben über Salon, Sonnendeck und die schattigen Bereiche des Tauchdecks. Wer trocknen, lesen oder Bilder sichten will, findet dafür Rückzugsorte; wer reden möchte, landet schnell wieder bei Sichtweiten, Tieren und der Frage, was beim nächsten Abstieg wartet. Das Schiff nutzt die Fahrzeit, um den nächsten Abschnitt des Riffs zu erreichen, während die Gäste ihre Oberflächenpause machen. Für Fotografen gibt es eigene Arbeitsplätze und Süßwasserbecken, für alle anderen genug Raum, um die Flasche abzustellen und einfach über das Wasser zu schauen. Ein Nachmittag ohne Tauchgang bleibt möglich, ohne dass man dafür das Schiff verlassen muss.
Ein Tag an Bord
Der Tag beginnt mit dem ersten Briefing und dem Weg zum Tauchdeck, bevor die Oberfläche über dem Riff richtig hell wird. Danach folgen weitere Tauchgänge, Pausen zum Essen, Trinken und Ausruhen sowie Fahrten zum nächsten Riff. Die Mahlzeiten liegen zwischen den Abstiegen, nicht am Ende eines langen Landprogramms. Bei den längeren Reisen sind bis zu siebenundzwanzig oder achtundzwanzig Tauchgänge vorgesehen, bei manchen Coral-Sea-Expeditionen auch mehr. Ein Nachttauchgang kann je nach Route und Bedingungen dazukommen; gerade das Cod Hole und die Ribbon Reefs bieten dafür eigene Reize. Nach dem letzten Tauchgang wird gespült, geladen und erzählt. Dann fährt das Schiff weiter oder liegt ruhig, während aus dem Tag langsam ein Abend im Salon oder auf dem Deck wird.
Was man an Bord isst
Der Koch bereitet die Mahlzeiten frisch an Bord zu. Auf dem Tisch stehen westliche und lokale Gerichte, als Buffet oder à la carte, dazu vegetarische und vegane Optionen. Getränke gibt es über den Tag an Bord; zum Abendessen gehören Wein und auch alkoholfreie Getränke, Bier und weitere Weine sind verfügbar. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Die Mahlzeiten liegen zwischen den Tauchgängen und warten nicht mit komplizierter Restaurantdramaturgie auf. Nach mehreren Stunden im Wasser braucht es etwas Warmes, Verlässliches und genug davon. Genau hier liegt die Stärke der Spoilsport: Die Küche wird nicht zur Nebensache, sondern trägt den Tagesablauf mit, ohne den Taucher lange vom Deck fernzuhalten.
Die Nächte auf See
Die Kabinen liegen auf derselben Ebene wie das Tauchdeck und werden täglich gereinigt. Klimaanlage und eigenes Bad gibt es in den Premium-, Standard- und Club-Kabinen; die Budget-Kabinen teilen sich Dusche und Toilette. Premium-Kabinen haben ein Queensize- oder Doppelbett, Standard-Kabinen einzelne Betten und Meerblick, Club-Kabinen Etagenbetten ohne Meerblick. Wer eine Premium-Kabine mit einer anderen Person bucht, muss mit einem gemeinsamen Bett zurechtkommen. Das ist der Punkt, den man vor der Buchung klären sollte. Nach einem langen Tauchtag zählt weniger dekorativer Komfort als ein sauberer, klimatisierter Raum, in dem die nasse Ausrüstung draußen bleibt und die nächste Ruhephase wirklich beginnt.
Budget-Kabine
Kabinen Club
Standard-Kabinen
Premium-Kabinen
Was man vor dem Einsteigen wissen sollte
Die regulären Fahrten starten in Cairns und kehren nach Cairns zurück. Bei der Fly-Dive-Cod-Hole-Route gehört der Inlandsflug zum Reiseablauf; die genaue Organisation sollte vor der Abreise mit dem Veranstalter abgestimmt werden. Wer nicht unter Zeitdruck an Bord gehen möchte, reist am besten einen Tag früher in Cairns an.
- Baujahr
- 1990
- Jahr der Renovierung
- 2014
- Länge
- 30 m
- Breite
- 10,5 m
- Maximale Passagierzahl
- 28
- Anzahl Kabinen
- 14
- Anzahl Badezimmer
- 14
- Motoren
- 2 × 354 KW Detroit 60 series
- Reisegeschwindigkeit
- 10 Knoten
- Beiboote
- 2 Schlauchboote
- Webseite
- mikeball.com ↗
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