
Extra Divers Temple Point
★ 4,3/5 (795 Bewertungen)
weniger als 1 km entfernt Luftlinie
Kenia · Afrika
Korallengärten im Turtle Reef, Kanäle am Drummers Reef, Schwarze Korallen in vierzig Metern Tiefe und saisonale Begegnungen mit Walhaien prägen Watamu.
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Im Watamu Marine National Park liegen flache Korallengärten, geschützte Innenriffe und tiefere Außenriffe dicht beieinander. Das Turtle Reef fällt nur bis zehn Meter ab und lässt sich ruhig austauchen, während der Park an Kanälen, Überhängen und Außenwänden bis vierzig Meter reicht. Dazu kommen einzelne Wracks und saisonale Walhai-Beobachtungen. Die Boote starten direkt an der Bucht; Watamu ist deshalb ein landgestütztes Tauchziel, bei dem sich unterschiedliche Erfahrungsstufen gut in einer Reise verbinden lassen.
Die Tauchgänge reichen von flachen Korallengärten in der Lagune bis zu Außenwänden, Kanälen und Canyons. Am Drummers Reef führt ein Kanal zu einem Korallenblock und einer Anemonenwiese; Secret Garden liegt zwischen zwölf und zwanzig Metern rund um eine große Hirnkoralle. Oktopus Reef und Moray Reef verbinden Tiefen von zehn bis siebenundzwanzig Metern mit moderaten Driften. Im geschützten Innenriff bleibt die Strömung meist schwach, an Pässen und Außenriffen kann sie deutlich zunehmen. Die Sicht liegt typischerweise bei fünfzehn bis fünfundzwanzig Metern und ist am Vormittag oft besser als am Nachmittag. Für Black Coral sind dreißig bis vierzig Meter, sorgfältige Gasplanung und entsprechende Tieftaucherfahrung erforderlich. Die Ausfahrten dauern meist einen halben Tag; die Plätze werden in wenigen Minuten vom Strand aus erreicht.
Meeresschildkröten gehören zu den verlässlichsten Begegnungen in Watamu. Am Turtle Reef gleiten sie durch die flachen Korallengärten, während am Oktopus Reef und Moray Reef zusätzlich Nacktschnecken und größere Riffbewohner zu finden sind. Zwischen den Korallen stehen Doktorfische, blaugestreifte Schnapper und Füsilierfische; in Spalten lassen sich Geistermuränen entdecken. Hummer und Garnelen ergänzen das Makrobild, wenn die Strömung eine ruhige Beobachtung zulässt. Riffhaie und Barrakudas werden an den nördlichen Riffen erwähnt, sind aber keine planbare Sichtung. Walhaie kommen von Oktober bis Februar vor, mit einem ungefähren Schwerpunkt von November bis Januar. Grüne Meeresschildkröten nutzen die Strände etwa von April bis September zur Eiablage, im Wasser sind sie ganzjährig anzutreffen; Karettschildkröten ebenfalls.
Die berechnete Saison mit der ruhigsten See reicht von Oktober bis April; besonders wenig Regen fällt im Januar und Februar. Für Außenriffe, Canyons und bessere Sicht sind November bis März die verlässlichere Wahl, weil die trockene Zeit und die schwächeren Monsunwinde den Seegang bremsen. Von April bis Juni bringen die langen Regenfälle und der Südostmonsun Sedimente und stärkeren Wellengang; Außenriff-Ausfahrten können dann ausfallen. Frühmorgendliche Tauchgänge lohnen sich auch in der guten Saison, da der Seewind am Nachmittag die Oberfläche aufrauen und die Sicht in Lagunenkanälen verschlechtern kann. Wer Walhaie sucht, verbindet die Reise mit Oktober bis Februar, sollte die Ausfahrt aber als wetterabhängige Möglichkeit und nicht als Zusage planen.
Watamu eignet sich für alle Ausbildungsstufen. Anfänger und Wiedereinsteiger finden am Turtle Reef und an anderen Innenriffen geringe Tiefen und meist wenig Strömung. Für Außenwände, Canyons und tiefere Riffabschnitte ist Erfahrung im Freiwasser und in wechselnden Bedingungen sinnvoll. Ein Advanced Open Water Diver ist für die tieferen Außenriffe hilfreich; Nitrox passt zu mehreren Rifftauchgängen an aufeinanderfolgenden Tagen. An Kanälen und Canyons bringt ein Drift-Diver-Brevet praktische Vorteile. Black Coral liegt in dreißig bis vierzig Metern und verlangt passende Tieftauchausbildung, sichere Tarierung und disziplinierte Gasplanung.
Von Frankfurt, München oder Düsseldorf führt die Anreise üblicherweise über Nairobi oder Mombasa. Danach geht es mit einem Inlandsflug oder auf der Straße weiter; von Mombasa oder Malindi ist Watamu über eine befestigte Küstenstraße in etwa zwei bis drei Stunden erreichbar. Der letzte Abschnitt führt durch ländliche und küstennahe Gebiete. Eine Ankunft nach Einbruch der Dunkelheit erschwert Orientierung und Transfers, weshalb die Verbindung mit ausreichendem Zeitpuffer geplant werden sollte. Vor Ort liegen die Tauchbasen am oder nahe dem Hauptstrand. Von vielen Unterkünften ist der Weg zu Fuß möglich, ansonsten übernehmen Tuk-Tuks oder Taxis die kurzen Transfers. Die Boote legen am Strand oder an kleinen Stegen in der Bucht ab.
Die wichtigsten Außenriff-Tauchgänge sollten auf den frühen Vormittag gelegt werden: Mit zunehmendem Seewind werden Oberfläche und Lagunenkanäle am Nachmittag unruhiger. Bei wechselhaftem Wetter lohnt die Rückfrage, ob der geplante Tauchgang am geschützten Turtle Reef stattfinden kann, während Canyon- und Wandfahrten verschoben werden. Für flache Korallengärten sind die Gezeiten wichtig; manche Bereiche fallen bei Niedrigwasser fast trocken und eignen sich besser bei mittlerer bis hoher Tide. Eine Boje und ein akustisches Signal gehören wegen des Bootsverkehrs in der Bucht zur sinnvollen Ausrüstung. Der Park verlangt für Tauchen und PMT eine Genehmigung des Kenya Wildlife Service; sie sollte vor dem Einstieg geklärt sein. Wer Walhaie sehen möchte, reserviert dafür ein frühes, wetterabhängiges Zeitfenster und rechnet nicht mit einer Garantie. Der Ankunftstag ist nach dem langen Transfer kein guter Termin für einen tiefen Außenrifftauchgang. Im Park gilt: weder Korallen berühren noch auf ihnen stehen, nichts sammeln und nicht ankern.
Watamu funktioniert am besten als siebentägiger bis zehntägiger Aufenthalt an Land. Mehrere halbtägige Bootsausfahrten lassen sich mit ruhigen Innenriffen, Außenriffen und einem tieferen Tauchgang verbinden, ohne täglich lange Transfers einzuplanen. Ein Reservetag fängt Monsunwind oder Regen ab. Für Nichttaucher bieten sich Strand, Schnorcheln, Glasbodenboot und Mida Creek an. Ein tauchfreier Tag kann außerdem für eine Mangrovenexkursion oder eine Safari ins Landesinnere genutzt werden.
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