
Caribe Colombiano Diving
★ 5/5 (338 Bewertungen)
weniger als 1 km entfernt Luftlinie
Kolumbien · Amerika
Korallenriffe bei Rosario, das Wrack ARC Quindío und der Felspfeiler Punta Gigantes verbinden flache Tauchgänge mit Insel- und Epavenerlebnissen.
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Vor Cartagena beginnt die Tauchfahrt meist am Kai, endet aber an Korallenriffen, Inselwänden oder einem Wrack. Rund um Barú, Rosario und San Bernardo liegen flache, oft geschützte Plätze; ARC Quindío ruht auf 18 Metern Tiefe auf sandigem Grund und zieht Fischschwärme an. Dazu kommen die Felsformationen von Punta Gigantes und die weiter außen liegende Salmedina-Bank. Cartagena verbindet damit tägliche Bootstauchgänge mit einer gewachsenen Stadt, in der auch Nichttaucher ein eigenes Programm finden.
Das Gelände reicht von flachen Korallenriffen und geschützten Inselkanälen bis zu Steilwänden, exponierten Bänken und wenigen flachen Wracks. ARC Quindío liegt konstant auf 18 Metern und lässt sich bei meist leichter Strömung gut umrunden oder abschnittsweise erkunden. Punta Gigantes bringt markante Felsreliefs und kann je nach Wetterlage wechselnde Strömung aufweisen; dort ist Erfahrung mit Drift-Tauchgängen sinnvoll. Die Sicht liegt häufig bei 15 bis 20 Metern, kann durch Regen, Flusseintrag, Planktonblüten und aufgewühlte See jedoch deutlich nachlassen. Üblich sind Tagestouren mit dem Boot, oft zu mehreren Tauchplätzen im Park oder vor Barú. Salmedina und andere exponierte Bereiche werden bei unruhiger See anspruchsvoller, während geschützte Zonen um Isla Grande oft die bessere Ausweichmöglichkeit bieten.
An den Korallenriffen begegnet man ganzjährig tropischen Riffbewohnern wie Schnappern, Riffbarschen und Doktorfischen. Am ARC Quindío schaffen die Wrackstruktur und der sandige Untergrund Lebensraum für Fischschwärme und eine ausgeprägte Mikrowelt: Hier lohnt sich der genaue Blick auf Kanten, Öffnungen und Bewuchs, nicht nur der Rundblick nach großen Tieren. Meeresschildkröten sowie Stachel- und Adlerrochen werden gelegentlich von Dezember bis April beobachtet. Punta Gigantes ist außerdem mit möglichen Begegnungen mit Grauen Riffhaien verbunden, bleibt aber ein Platz für eine Gelegenheit und keine verlässliche Tiergarantie. Die Sicht entscheidet daher oft darüber, ob eher das Relief oder die Tierbeobachtung im Mittelpunkt steht.
Für klare Sicht und insgesamt verlässlichere Bedingungen bietet sich Cartagena von Dezember bis April an. In dieser trockeneren Phase gibt es weniger Niederschlag und weniger Sedimenteintrag; die Passatwinde stabilisieren zudem häufig die See. Die Messreihe der Tauchplätze weist allerdings von August bis November auf die ruhigste Wasseroberfläche hin. Das ist für die Bootsfahrt interessant, steht aber nicht automatisch für die beste Sicht: Während der Regenzeit können Trübung und Plankton die Riffe verdecken. Oktober gilt deshalb als ungünstiger Monat. Wer Meeresschildkröten oder Rochen sehen möchte, legt die Reise eher in die Monate Dezember bis April.
Diese Küste ist Sargassum-Anlandungen ausgesetzt, deren Ausmaß von Jahr zu Jahr stark schwankt. Mehr dazu im Kasten „Sargassum“ auf dieser Seite.
Viele Riffe bei Barú und Rosario sind für Einsteiger und Tauchschüler geeignet, weil sie flach liegen und die Strömung meist schwach bleibt. Für ARC Quindío genügt ein Einstiegsschein mit Erfahrung in moderaten Tiefen; ein Advanced Open Water oder vergleichbarer CMAS-/VDST-Ausbildungsstand erweitert die Auswahl bei Wracks und tieferen Plätzen. Für Punta Gigantes ist Erfahrung mit wechselnder Strömung und Drift-Tauchgängen sinnvoll. Nitrox kann sich bei mehreren Bootstauchgängen an aufeinanderfolgenden Tagen lohnen.
Von Frankfurt, München oder Düsseldorf führt die Anreise nach Cartagena je nach Saison und Flugplan direkt oder über Bogotá beziehungsweise einen weiteren Umsteigepunkt. Der Flughafen liegt innerhalb des Stadtgebiets; von dort sind die Unterkünfte und die touristischen Anleger der Bucht per Taxi oder kurzer Fahrt erreichbar. Die Boote starten meist am Muelle Turístico La Bodeguita oder an anderen zugelassenen Anlegern. Nach dem Einschiffen dauert die Fahrt zu Barú und den wichtigsten Rosario-Inseln ungefähr eine Stunde. Wer auf Barú oder Isla Grande wohnt, nutzt die vom Tauchbetrieb organisierten Boots- oder internen Shuttletransfers. Für einen Tauchtag auf San Bernardo ist zusätzliche Fahrzeit einzuplanen; die Rückkehr zum Stadtanleger liegt in der Regel am späten Nachmittag.
Für Rosario oder Barú sollte ein kompletter Tag freigehalten werden: Die Boote legen morgens ab und kommen meist erst am späten Nachmittag zurück. Zwischen Tauchtag und Rückflug gehört deshalb eine großzügige Zeitreserve. Früh ablegen hilft, den Andrang an den Anlegern und an den strandnahen Plätzen von Rosario und Playa Blanca zu umgehen; noch ruhiger wird es unter der Woche außerhalb nationaler Ferien. Wichtig ist, eine reine Inselrundfahrt nicht mit einer Flaschentour zu verwechseln. Bei der Buchung sollte ausdrücklich ein Tauchprogramm mit ausreichender Grundzeit vereinbart werden, etwa an ARC Quindío, Punta Gigantes oder weiter außen liegenden Bänken. Auf Barú oder Isla Grande kann eine Übernachtung die frühen oder späten Tauchfenster erschließen. Bei bewegter See sind geschützte Lagunen und Kanäle um Isla Grande oft angenehmer als Salmedina. Im Nationalpark gelten zugelassene Ankerplätze oder Sandgrund; Korallen, Tiere und Fische bleiben unberührt, und Abfälle sowie nicht biologisch abbaubare Waschprodukte gehören nicht ins Wasser.
Für Cartagena passen fünf bis sieben Tage: mehrere Bootstage zu Rosario und Barú, bei geeigneter Planung zusätzlich San Bernardo, dazwischen Zeit für die Stadt. Eine Unterkunft im Zentrum erleichtert den Weg zu den Anlegern und lässt sich mit einem Aufenthalt auf Barú oder Isla Grande kombinieren. Der historische Stadtkern mit seinen Mauern, Plätzen und kolonialen Gebäuden eignet sich für tauchfreie Tage. Begleitpersonen können Inselboote, Baden, PMT oder Spaziergänge bei Sonnenuntergang unternehmen.
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Bewertungen erhoben von Viator und Tripadvisor.