
Riamar Diving Center
★ 4,6/5 (167 Bewertungen)
2,8 km entfernt Luftlinie
Boa Vista · Cabo Verde · Atlantik
Max. Tiefe · 25 mEin komplexes Netzwerk aus vulkanischen Säulen und Korridoren in 14 bis 25 Metern Tiefe.
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Die North Rocks liegen an der exponierten Nordküste von Boa Vista und sind direkt dem offenen Atlantik ausgesetzt. Das markanteste Merkmal dieses Tauchplatzes ist eine flache Felsplattform oder Terrasse, die sich in etwa 14 Metern Tiefe erstreckt und als natürlicher Einstiegspunkt dient. Von dieser Ebene aus beginnt die eigentliche Erkundung der komplexen Struktur, die den Platz so charakteristisch macht. Die Topographie ist geprägt von vulkanischen Ausläufern, die aus dem sandigen Boden emporragen.
Sobald du die 14-Meter-Plattform verlassen hast, tauchst du in ein Labyrinth aus massiven Felsformationen und vertikalen Säulen ein. Diese Strukturen bilden ein dichtes Netzwerk aus Korridoren, kleinen Wänden, Spalten und Überhängen, die den Weg des Tauchers ständig verändern. Die Orientierung erfordert hier volle Aufmerksamkeit, da die Formationen ständig neue Winkel und Sichtachsen bieten. Manchmal führt ein schmaler Durchgang direkt zu einer offenen Wand, während ein anderer in einer geschützten Nische endet.
In den tieferen Zonen zwischen 20 und 25 Metern verändert sich das Landschaftsbild erneut. Hier ragen vereinzelte vulkanische Felsformationen aus dem sandigen Untergrund auf und schaffen kleine Inseln aus Hartsubstrat. Diese tieferen Abschnitte bieten eine andere Dynamik als die oberen Korridore, da sie weniger geschützt sind und mehr dem Wasseraustausch ausgesetzt sind. Das Spiel von Licht und Schatten in diesen tieferen Spalten macht das Navigieren durch die Steinstrukturen zu einer ständigen Herausforderung für die visuelle Kontrolle.
Die Fauna an den North Rocks ist eng mit der komplexen Struktur des Riffs verknüpft. In den Spalten und Höhleneingängen lassen sich regelmäßig Muränen und der Kongerel (Gymnothorax) beobachten, die dort auf Beute lauern. Auch die Karibische Languste (Panulirus argus) nutzt die engen Felsspalten als Rückzugsort. Wer aufmerksam am Boden oder an den Wänden entlanggleitet, findet oft Pfeilschwanzkrabben (Stenomidae) oder Feuerwürmer, die das Substrat besiedeln.
Die Fischwelt wird durch verschiedene Arten bereichert, die zwischen den Felswänden und dem offenen Wasser pendeln. Papageifische und Schwarzfleck-Fische (Kyphos) sind häufig in den Korridoren anzutreffen, während sich Filefische oft in der Nähe der überhängenden Strukturen aufhalten. Große Inselgruppe-Zackenbarsche (Epinephelus) patrouillieren oft in der Nähe der tieferen Felsformationen. Das Leben ist hier nicht nur auf die Felsen begrenzt, sondern nutzt jede Nische der vulkanischen Struktur.
Ein besonderer Reiz der North Rocks liegt in der Dynamik des Wassers. Aufgrund der Lage an der Nordseite der Insel ist der Platz dem Wellengang des Atlantiks direkt ausgesetzt. Dies führt dazu, dass die Bedingungen je nach Wind und Saison stark variieren können. Während es in ruhigen Phasen entspannt sein kann, sorgt der direkte Kontakt zum offenen Ozean oft für eine spürbare Bewegung im Wasser, die den Tauchgang lebendig macht.
Die Sichtweite am Platz ist bemerkenswert und kann zwischen 8 und 25 Metern schwanken. Diese Transparenz ermöglicht es, auch die weiter entfernten Felsformationen und Säulen schon aus der Distanz wahrzunehmen. Das Licht fällt in den Korridoren oft in schrägen Bahnen ein, was die Textur des vulkanischen Gesteins und die Tiefe der Strukturen besonders hervorhebt. Dies verstärkt den Eindruck, sich in einer unterseeischen Gebirgslandschaft zu bewegen.
Für die Planung der Tauchgänge ist es wichtig zu verstehen, dass die North Rocks ein ausgedehntes Gebiet sind. Man taucht hier nicht nur an einem Punkt, sondern bewegt sich durch ein ganzes System aus Gängen und Wänden. Die Kombination aus hoher Biodiversität und der anspruchsvollen Topographie macht diesen Platz zu einem der bevorzugten Ziele für Taucher, die eine technische und visuell abwechslungsreiche Umgebung suchen. Es ist ein Platz, der man nicht nur einmal besucht, sondern dessen verschiedene Pfade man immer wieder neu entdecken kann.
Die Wassertiefe liegt zwischen 10 und 25 Metern. Das erforderliche Level ist Advanced, da die Strömung aufgrund der exponierten Lage an der Nordküste moderat bis stark sein kann und der Platz dem Atlantik-Swell ausgesetzt ist. Die Sichtweite variiert zwischen 8 und 25 Metern. Die beste Zeit für Tauchgänge ist von Juni bis Oktober.