Tauchsafaris · Malediven
Pearl 111 – eine hölzerne Dschunke für Ari Atoll und große Begegnungen
Was dieses Schiff einzigartig macht
- Die Pearl 111 ist eine dreimastige hölzerne Segelyacht mit sieben klimatisierten Kabinen und Platz für bis zu 14 Gäste.
- Die Tauchsafari führt acht Tage und sieben Nächte durch das Ari Atoll, mit zwei bis drei Tauchgängen pro Tag.
- Zum Tauchbetrieb gehören 12-Liter-Flaschen, zwei Bauer-Kompressoren, eine Nitrox-Membrananlage und ein Beiboot für die Tauchgänge.
- Die Route verbindet Putzerstationen, Steilwände, Riffhaie, Rochen, Schildkröten und Plätze mit Chancen auf Hammerhaie.
Die Einladung
Die Pearl 111 ist für Taucher, die nicht auf einem schwimmenden Hotel landen wollen, sondern auf einem hölzernen Schiff mit eigener Geschichte. Sie wurde in der Türkei entdeckt, nach Sri Lanka gesegelt und über den Indischen Ozean auf einer dreitägigen Überfahrt in die Malediven gebracht. Dieses frühere Leben bleibt spürbar: kein glatter Neubau, sondern ein klassischer Rumpf, der die Reise nicht versteckt. An Bord geht es um das Ari Atoll, kurze Wege zur nächsten Wasserlage und eine kleine Gruppe, in der niemand lange anonym bleibt. Unter Wasser warten Graue Riffhaie an Putzerstationen, Fischschwärme in den Thilas und mit etwas Glück Hammerhaie im frühen Blauwasser. Wer nach einer großen Resortanlage sucht, wird hier nicht fündig. Wer abends lieber den Tauchgang bespricht, während das Holz unter den Füßen arbeitet, findet eher das, wofür die Pearl 111 gebaut wurde.
An Bord gehen
Beim Ankommen wirkt die Pearl 111 wie das, was sie ist: eine hölzerne Segelyacht mit Vergangenheit, nicht wie ein austauschbarer Neubau. Die Renovierung von 2018 hat den traditionellen Charakter nicht ausgelöscht, sondern ihm einen moderneren Bordalltag gegeben. Im Salon und auf dem Deck bleibt Raum zum Lesen, für einen Drink oder für den Blick über die Lagune; vorne liegt ein Netz über dem Wasser, in dem man sich zwischen den Tauchgängen ausstrecken kann. Die Wege an Bord sind überschaubar, und das ist auf einer Tauchsafari ein Vorteil: Das Tauchdeck, die Kabine und der Platz für die Pause liegen nicht in verschiedenen Welten. Die Pearl 111 fährt mit zwei DAF-Motoren, doch ihr Auftreten wird vom Holz und von der Takelage bestimmt. Sie ist ein Schiff, das man nicht nur betritt, sondern nach kurzer Zeit erkennt.
Die Stimmung an Bord
Auf der Pearl 111 entsteht die Stimmung nicht durch Größe, sondern durch Nähe. Bei maximal 14 Gästen kennt man nach kurzer Zeit die Gesichter, die Flaschen und die Geschichten hinter den Tauchgängen. Die Crew bleibt dabei nicht im Hintergrund: Der Kapitän führt das Schiff, Ali hält den täglichen Betrieb zusammen, Mithun kocht, Prince kümmert sich um die Bar, und Johny begleitet Schnorchelausflüge und den Service. Diese Aufgaben wirken an Bord nicht wie ein Organigramm, sondern greifen ineinander. Früh kann es zum Fischen oder Schnorcheln gehen, später sitzt dieselbe Gruppe beim Essen und bespricht Rochen, Haie oder die Strömung. Abends wird getrunken, gegessen und erzählt, ohne dass das Schiff dafür eine Bühne aufbauen muss. Wer eine Woche lang gemeinsam ins Wasser geht, braucht keine künstliche Geselligkeit. Die kleine Besatzung schafft den Rahmen, der Rest entsteht zwischen den Tauchgängen.
Die Tauchplätze
Die Route bleibt im Ari Atoll und dauert acht Tage und sieben Nächte, mit Start und Ende im Port of South Ari. Hafza Thila führt an eine Putzerstation, an der sich Graue Riffhaie sammeln; das Riff reicht bis 35 Meter. Maya Thila ist besonders nach Einbruch der Dunkelheit interessant: Spitzenriffhaie und Stachelrochen werden im Licht der Lampe aktiv. Kudarah Thila liegt bis 25 Meter und lebt von der Dichte der Blau-Streifen-Schnapper; dort können auch Barrakudas, Weißspitzenriffhaie und mit Glück ein Frogfish auftauchen. Fish Head fällt bis 50 Meter ab und liegt in einem kollabierten Atoll. Graue Riffhaie, Rochen und Barrakudas gehören dort zum großen Bild. Broken Rock arbeitet mit Überhängen, Weichkorallen und Gorgonien; Schildkröten, Adlerrochen und die isolierte Lage geben dem Platz seinen eigenen Charakter. Am Ellaidhoo-Hausriff geht es bis 32 Meter an eine Riffwand mit Wrack. Der Hammerhead Shark Point reicht bis 30 Meter und ist eine frühmorgendliche Blauwasseroase für Hammerhaie und andere pelagische Arten.
Was man unter Wasser trifft
Auf dieser Route begegnet man häufig Barrakudas, Riffhaien, Meeresschildkröten, Napoleons, Fusilieren und Adlerrochen. Dazu kommen Muränen, Zackenbarsche, Papageifische und mit etwas Glück Graue Riffhaie oder Thunfische. Das sind keine einzelnen Trophäen, sondern das Grundrauschen der Riffe: Schwärme ziehen über den Kopf, Schildkröten liegen am Riff, und ein Hai kann aus dem Blau in die Szene schneiden. Die besonderen Gründe für einzelne Plätze liegen daneben. Kudarah Thila ist der Ort für den nur dort gemeldeten Ozeanischen Weißspitzenhai und den Frogfish. Broken Rock bringt Arten wie Gorgonien, Titan-Drückerfische und Kugelfische zusammen. Fish Head ist der Platz für Clownfische, Glasfische und Labriden. Am Ellaidhoo-Hausriff kann man nach dem dort gemeldeten Schmetterlingsfisch suchen. Am Hammerhead Shark Point entscheidet der frühe Blick ins Blau darüber, ob aus Erwartung eine Begegnung wird.
Die, die euch ins Wasser bringen
Die Tauchgruppen werden von Guides im Verhältnis von etwa eins zu sechs bis sieben betreut. Die Bordsprache ist Englisch. Vorausgesetzt werden mindestens 40 Tauchgänge sowie AOWD oder eine gleichwertige Zertifizierung; das richtet sich an Taucher, die im Freiwasser bereits selbstständig unterwegs sind. Die Guides führen durch die Plätze und teilen die Gruppen so ein, dass Briefing, Einstieg und Rückkehr über das Beiboot funktionieren. Ausbildungsprogramme an Bord sind nicht vorgesehen. Zur Sicherheitsausstattung gehört eine vollständige Bordausrüstung, ohne dass die Reise daraus einen Ausbildungskurs macht. Wer die Reise bucht, sollte mit Strömungstauchgängen, Abgängen an Thilas und pelagischen Begegnungen vertraut sein und seine eigene Notfall- und Signalausrüstung beherrschen. Die Crew sorgt für die Organisation; die Verantwortung für den eigenen Tauchgang bleibt beim Taucher.
Das Tauchdeck und die Ausrüstung
Das Tauchdeck ist auf regelmäßige Ausfahrten ausgelegt: Es gibt persönlichen Stauraum, Ladestationen, Spülmöglichkeiten und ein Beiboot für die Tauchgänge. Die Pearl 111 führt 12-Liter-Flaschen und Gewichte mit. Gefüllt wird mit Bauer Mariner 360 und Bauer K16; Nitrox kommt über eine L&W-Membrananlage an Bord und ist gegen Aufpreis erhältlich. Leihausrüstung und Nitrox werden nicht als selbstverständlicher Teil der Reise behandelt, sondern separat organisiert. Das 8,25 Meter lange Glasfaser-Beiboot mit 115-PS-Yamaha bringt die Taucher zum Platz und nimmt sie nach dem Auftauchen wieder auf. Dadurch bleibt die Yacht dort, wo sie sicher liegt, während das Beiboot die Gruppe an den eigentlichen Einstieg bringt. Für technisches Tauchen ist die Pearl 111 nicht ausgelegt. Wer mit eigener Ausrüstung reist, findet an Bord die wichtigen Ablage- und Ladebereiche, sollte bei speziellen Anforderungen aber nicht mit der Infrastruktur eines Technikbootes rechnen.
Zwischen zwei Tauchgängen
Zwischen zwei Tauchgängen verteilt sich das Leben auf Deck, Bugnetz und Salon. Im Netz vorne liegt man dicht über dem Wasser und sieht den Rumpf unter sich vorbeiziehen; auf dem Deck findet sich ein Platz für Schatten, Sonne, ein Buch oder den Austausch über den gerade gesehenen Hai. Die Fahrzeiten gehören nicht nur zur Strecke. Sie geben den Augen Pause vom Riff und machen aus der Safari eine Reise durch das Atoll. Wer nicht taucht, kann schnorcheln, Kajak oder Paddleboard fahren, fischen oder eine Insel und eine Sandbank besuchen. An einem Nachmittag ohne Tauchgang darf es auch weniger sein: schwimmen, duschen, etwas Kaltes trinken und beobachten, wie sich das Licht auf dem Wasser verändert. Für Schnorchler und Nichttaucher ist die Pearl 111 deshalb mehr als ein Transfer zwischen Tauchplätzen.
Ein Tag an Bord
Ein Tag beginnt mit der Vorbereitung auf den ersten Tauchgang und einem Briefing, bevor das Beiboot die Gruppe zum Platz bringt. Danach geht es zurück zur Pearl 111, zum Frühstück oder zur nächsten Mahlzeit, zur Dusche und in eine Pause auf dem Deck. Je nach Tagesprogramm folgen zwei oder drei Tauchgänge; am letzten Tag sind zwei Tauchgänge vorgesehen. Dazwischen fährt das Schiff weiter, liegt an einem Riff oder bringt die Gäste zu einer Insel, einer Sandbank oder einem Schnorchelplatz. Die Mahlzeiten schieben sich in diesen Rhythmus, nicht umgekehrt: essen, Ausrüstung versorgen, trinken, wieder ins Wasser. Ein Nachttauchgang ist auf der Route am Maya Thila als nächtliche Begegnung beschrieben, nicht als fester täglicher Ablauf. Wenn die Tauchgänge beendet sind, wird aus dem Arbeitsdeck wieder ein Aufenthaltsort. Dann beginnt der Teil des Tages, an dem man den Horizont länger anschaut als den Tauchcomputer.
Was man an Bord isst
Die Bordküche verbindet maledivische und internationale Gerichte. Der Küchenchef Mithun kocht mit lokalen Produkten und kann den Fang des Tages zubereiten, wenn unterwegs gefischt wird. Auf dem Tisch landet keine knappe Versorgung zwischen zwei Ausfahrten: Die Mahlzeiten werden als großzügig und abwechslungsreich beschrieben, mit mehreren Gerichten bei jeder Mahlzeit. Das passt zu einem Tauchboot, auf dem der Hunger nicht theoretisch bleibt. Gegessen wird zwischen den Tauchgängen und am Abend, wenn die Gruppe wieder an Deck sitzt und die Sichtungen des Tages sortiert. Wasser, Tee, Kaffee und Snacks gehören zur Bordverpflegung; Getränke von der Bar und Alkohol werden separat angeboten. Eine Grillnacht gehört zum Programm. Besonders stimmig ist ein Abendessen am Strand, wenn nach dem letzten Wasser des Tages nicht der Salon, sondern eine Sandbank oder eine Insel den Tisch ersetzt.
Die Nächte auf See
Die Nächte auf der Pearl 111 gehören eher zum Schiff als zu einer anonymen Kabine. Sieben klimatisierte Kabinen liegen unter Deck, jeweils mit eigenem Bad, Dusche und WC; es gibt Doppel- sowie flexible Dreier- oder Zweierbelegung. Nach einem langen Tauchtag ist das kein Luxusdetail, sondern der Unterschied zwischen einer brauchbaren Nacht und dem nächsten müden Morgen. Die Kabinen sind intime Rückzugsorte, während draußen das Wasser gegen den Rumpf steht und die Yacht ihren Platz in der Lagune hält. Wer noch nicht schlafen will, findet oben Licht, Luft und den Blick in den Abend. Das Holz erinnert daran, dass man nicht in einem Gebäude an Land liegt. Es ist eine ruhige, einfache Form des Übernachtens: Tür zu, Dusche, Klimaanlage, dann das Meer direkt unter dem Bett.
Doppelkabine
Dreibettkabine
Was man vor dem Einsteigen wissen sollte
Die Kreuzfahrten starten je nach Durchführung in Dhangethi oder Malé und enden dort wieder; die Tauchroute ist dem Port of South Ari zugeordnet. Transfers zwischen dem Flughafen Malé und dem Einschiffungsort werden organisiert und gehören nicht zu den beschriebenen Bordleistungen. Bei einer Abfahrt ab Dhangethi fährt am Einschiffungstag ein Schnellboot von Malé zum Schiff; für die Rückreise ist die Gegenverbindung am Morgen vorgesehen. Eine Anreise nach Malé am Vortag ist sinnvoll.
Was das Schiff für den Ozean tut
Die Pearl 111 verfolgt ein Zero-Plastic-Konzept und setzt bei den hausgemachten Mahlzeiten auf lokale Produkte. Außerdem gehört die Sensibilisierung für den Schutz der Meere zum Bordkonzept; sie wird von einem Biologen begleitet. Diese Maßnahmen verändern nicht den Tauchplatz, aber sie begrenzen, was auf einer einwöchigen Reise an Abfall und Transportaufwand entsteht.
- Baujahr
- 1998
- Jahr der Renovierung
- 2018
- Länge
- 30 m
- Breite
- 7 m
- Maximale Passagierzahl
- 14
- Anzahl Kabinen
- 7
- Motoren
- 2 × DAF-Motoren: WS259 (259 kW / 352 PS) und S266L (266 kW / 356 PS)
- Beiboote
- 1 × 8,3 m GFK-Beiboot, 115 PS Yamaha
- Webseite
- pearl111.co ↗
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