
Sunchaser Scuba
★ 4,9/5 (191 Bewertungen)
11 km entfernt Luftlinie
Peter Island · Britische Jungferninseln · Karibik
Max. Tiefe · 23 mTauche ein in die Geschichte des 75 Meter langen Kühlschiffs Chikuzen, das heute als künstliches Riff ein Zuhause für eine Fülle marinen Lebens bietet.
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Das Wrack der Chikuzen vor Peter Island in den British Virgin Islands ist mehr als nur ein Wrack – es ist eine Geschichte in Stahl, die vor 23 Metern auf dem Meeresboden ruht. Ursprünglich ein 75 Meter langes Kühlschiff der Fischerflotte von Saint-Martin, führte sein stürmisches Leben zu einem Brand vor den Docks, doch es widersetzte sich dem Untergang und trieb bis in die Gewässer der BVI, wo es schliesslich kontrolliert versenkt wurde. Heute liegt es weit draussen, etwa 12 Seemeilen nordwestlich von Virgin Gorda, umgeben von nacktem Sand – eine isolierte Oase, die das Meeresleben anzieht.
Der Abstieg zum Wrack der Chikuzen führt dich durch oft turbulente Wasseroberflächen, die sich durch regelmässige Dünungen von 0,9 bis 1,5 Metern auszeichnen können. Sobald du das Wrack erreichst, offenbart sich die gewaltige Struktur des ehemaligen Kühlschiffs. Die Chikuzen wurde von Hurrikan Irma im Jahr 2017 stark in Mitleidenschaft gezogen, was das Wrack nachhaltig verändert hat. Die Bugsektion des Schiffes wurde abgerissen und ist bis heute unauffindbar, was dem Wrack eine einzigartige und gleichzeitig melancholische Note verleiht.
Beim Erkunden des Wracks wirst du feststellen, dass die Hecksektion des Schiffes sich geöffnet hat, wodurch der Motor nun sichtbar ist. Diese freigelegten Teile bieten faszinierende Einblicke in die Mechanik des Schiffes und dienen gleichzeitig als sichere Verstecke und Lebensraum für eine Vielzahl von Meeresbewohnern. Die unbeständigen Rohrleitungen im Inneren des Wracks machen eine Penetration jedoch zu einem risikoreichen Unterfangen, das nicht empfohlen wird, um die Sicherheit der Taucher zu gewährleisten.
Rund um die Chikuzen herrscht eine lebendige Unterwasserwelt, die durch die Isolation des Wracks auf den Sandflächen besonders hervorsticht. Regelmässige Besucher sind Schwärme von Barrakudas (Sphyraena barracuda), Grossaugen-Makrelen (Caranx sexfasciatus) und Snappern (Lutjanidae), die in dichtem Gedränge um die Metallstrukturen kreisen. Auch Stachelrochen (Dasyatidae) und Adlerrochen (Myliobatidae) ziehen ihre Bahnen über den Sandboden und lassen sich hier regelmässig blicken.
Neben den Schwarmfischen und Rochen beherbergt das Wrack auch grössere pelagische Arten und Rifffische. Afrikanische Pompano (Alectis ciliaris) und atlantische Spatenfische (Chaetodipterus faber) sind hier ebenso anzutreffen wie Ammenhaie (Ginglymostoma cirratum) und Riffhaie (Carcharhinus perezi). Ein besonderer Bewohner ist ein ansässiger Goliath-Zackenbarsch (Epinephelus itajara) von beeindruckenden 270 Kilogramm. Er ist ein Zeugnis dessen, dass das Wrack ein reiches Nahrungsangebot und sichere Verstecke bietet.
Die Umgebung der Chikuzen, dieses riesige sandige Plateau, verstärkt ihre Anziehungskraft als Ansammlungspunkt für marines Leben. Da das Wrack der einzige massive Unterwasser-Ankerpunkt in weitem Umkreis ist, konzentriert sich hier das Leben. Dieser Umstand macht jeden Tauchgang zu einer Begegnung mit einer Vielzahl von Spezies, die sonst weit verstreut wären, wodurch die Chikuzen zu einem Hotspot der Artenvielfalt wird.
Das Tauchen an der Chikuzen ist ein Tauchgang für erfahrene Taucher, da er bei einer maximalen Tiefe von 23 Metern liegt und als 'Advanced'-Tauchgang eingestuft ist. Aufgrund seiner abgelegenen Lage und der regelmässigen Dünungen von 0,9 bis 1,5 Metern sollten Ausflüge nur mit erfahrenen Instruktoren und unter guten Wetterbedingungen unternommen werden.