
Duiken in Curacao
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3 km entfernt Luftlinie
Curaçao · Karibik
Fünf Meter bis zum Tugboat-Wrack, steile Riffwände, Schildkröten und das tiefer liegende Wrack Superior Producer prägen das Tauchen vor Jan Thiel.
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Vor Jan Thiel liegt mit dem Tugboat ein kleines Schlepperwrack direkt in der geschützten Bucht, nur etwa fünf Meter tief und vom Ufer erreichbar. Dahinter fällt das Riff rasch ab und öffnet den Zugang zu Wandtauchgängen, Korallenhängen und tieferen Wracks. Jan Thiel ist damit eine praktische Basis für Tauchgänge vom Strand und für kurze Bootsausfahrten entlang der Südostküste. Die Nähe zu Willemstad, die ausgebaute Strandzone und die Möglichkeiten für Nichttaucher machen den Ort besonders für einen planbaren Aufenthalt an Land interessant.
Das Tauchen beginnt häufig mit einem sandigen Einstieg und einer kurzen Strecke über das flache Riff. Wer sich am äußeren Rand der Bucht hält, erreicht rasch die Riffkante, an der der Grund bis etwa 30 Meter und darüber hinaus abfällt. An Directors Bay führt eine senkrechte Wand durch Korallenbewuchs und kleine Nischen; La Palapa verbindet einen sandigen Hang mit einem isolierten Korallenberg in tieferem Wasser. Double Reef besteht aus zwei Riffzügen, die durch eine Sandfläche getrennt sind. Die Strömung bleibt an der geschützten Küste meist schwach, kann an exponierten Plätzen und beim Gezeitenwechsel aber zunehmen. Die Sicht liegt meist bei 20 bis 30 Metern und kann darüber hinausgehen. Neben den Strandtauchgängen ergänzen kleine Boote Plätze wie Sandy’s Plateau und lokale Wracks. Die Superior Producer ist mit ihrem Deck auf etwa 25 Metern und dem Rumpf bis 34 Metern eine deutlich anspruchsvollere Ausfahrt.
An den Korallenhängen stehen Schwämme, Gelbe Bleistiftkorallen und Weichkorallen; dazwischen ziehen Riffische, Schnapper und Sergeantmajor-Fische durch die Struktur. In Felsspalten sitzen Muränen, während Rotfeuerfische, Kaiserfische und Stachelmakrelen aufmerksam beobachtet werden können. Größere Exemplare wie Großer Barrakuda und Tarpun gehören ebenfalls zum möglichen Bild. La Palapa ist für Meeresschildkröten bekannt, und auch an Double Reef werden sie regelmäßig angetroffen. Meeresschildkröten, darunter grüne Schildkröten und Karettschildkröten, sind ganzjährig möglich, in der trockeneren Jahreszeit teils häufiger. Rochenadler können jederzeit auftauchen, bleiben aber eine gelegentliche Begegnung. Gleiches gilt für Seepferdchen, die eher bei sorgfältigem Suchen als verlässlich nach Kalender zu finden sind. Die Riffwand und die bewachsenen Wracks lohnen daher besonders langsames Tauchen mit Blick in Nischen und über Sandflächen.
Jan Thiel ist ganzjährig betauchbar. Die ruhigste und sichtbar klarste Zeit liegt an der Südküste gewöhnlich von Januar bis September, weil sie auf der windabgewandten Seite Curaçaos liegt und außerhalb der Hurrikanzone. Von Mai bis September sind die Sichtbedingungen oft besonders günstig; die Messungen weisen für August und September die geringsten Regenmengen aus. Nach kräftigen Schauern kann Wasser aus den Rinnen an die Küste gelangen und die Sicht vorübergehend auf etwa 10 bis 15 Meter drücken. Oktober bis Dezember bleibt deshalb keine ausgesprochene Sperrzeit, verlangt aber mehr Flexibilität bei der Wahl des Einstiegs. Wochenenden, Feiertage und die Hochsaison bringen zudem mehr Badegäste und Bootsverkehr in die Bucht.
Diese Küste ist Sargassum-Anlandungen ausgesetzt, deren Ausmaß von Jahr zu Jahr stark schwankt. Mehr dazu im Kasten „Sargassum“ auf dieser Seite.
Die Bucht, das Tugboat-Wrack und flachere Riffbereiche eignen sich für Open-Water-Taucher, Ausbildung und Schnuppertauchgänge. Gute Tarierung ist an den senkrechten Wänden trotzdem wichtig, weil die Tiefe schnell zunimmt. Für die Superior Producer sind Advanced Open Water und Erfahrung mit tieferen Tauchgängen erforderlich; das Deck liegt etwa auf 25 Metern, der Rumpf reicht bis 34 Meter. Nitrox ist beim wiederholten Tauchen am Riff nützlich, für die kleinen Wracks kann eine Wreck-Diver-Ausbildung sinnvoll sein. Double Reef verlangt wegen Felsufer, Wellen und mäßiger Strömung deutlich mehr Erfahrung.
Von Frankfurt, München oder Düsseldorf führt die Reise zunächst nach Curaçao; Jan Thiel wird anschließend auf der Straße von Willemstad aus erreicht. Vom internationalen Flughafen dauert die Fahrt durch Willemstad gewöhnlich etwa 30 bis 40 Minuten. Für eine Tauchwoche ist ein Mietwagen die praktischste Lösung, weil damit Flughafen, Unterkunft, Einstiege und die weiter entfernten Bereiche des Curaçao Marine Park unabhängig verbunden werden können. Ein lokaler Bus bedient das Viertel Jan Thiel, ist mit vollständiger Tauchausrüstung jedoch nur eingeschränkt bequem. Viele Unterkünfte und Tauchbasen liegen nahe an Strand und Einstiegen, sodass vor Ort manches zu Fuß möglich ist. Für abgelegene Küstenzugänge und Bootsausfahrten bleibt das Auto dennoch die verlässlichere Verbindung. Eine Kreuzfahrt ist für diese Region nicht erforderlich; Jan Thiel funktioniert als Landbasis mit Strand- und Bootstauchgängen.
Die erste Strandtauchung sollte früh am Morgen beginnen: Dann sind Licht und Wasser meist ruhiger, während Bucht, Einstieg und Bootsverkehr noch weniger belastet sind. Für den Weg aus der Bucht gehört ein an der Oberfläche sichtbares Signal, insbesondere ein korrekt gesetztes und aufgeblasenes Bojensystem, zur festen Planung. Das gilt auch bei einem Sicherheitsstopp im freien Wasser. Nicht durch die zentrale flache „Bowl“ hinausqueren, sondern am äußeren Riffsaum entlanggehen; dort sind Sicht und Unterwasserstruktur meist interessanter. Bei Nacht bleibt die Route innerhalb des beleuchteten und markierten Badebereichs, und die Rückkehr sollte nicht in die Zeiten starken Bootsverkehrs fallen. Nach Regenfällen lohnt es sich, einen Einstieg außerhalb der Abflussrichtung einer Rinne zu wählen. Die tiefe Riffkante sollte bei der Gas- und Zeitplanung von Beginn an berücksichtigt werden. Für Bootstauchgänge zu Sandy’s Plateau oder den Wracks sind Wochentage günstiger, weil dann weniger Ausflugsbetrieb in der Bucht herrscht. Im Curaçao Marine Park wird weder das Riff berührt noch ohne Freigabe geankert; an einzelnen Stränden können außerdem Zugangsgebühren anfallen.
Jan Thiel eignet sich für sieben bis zehn Tage als feste Landbasis. Ein Check-Tauchgang in der Bucht oder am Tugboat kann den Aufenthalt eröffnen, bevor tiefere Riffwände, Double Reef und Bootstauchgänge folgen. Einen besonders ruhigen Tag kann man für weiter entfernte Abschnitte des Marine Parks zurückhalten. Zwischen den Tauchgängen liegen die Salinen und ihre Vogelbeobachtung, der Curaçao Sea Aquarium, Schnorcheln in der Bucht und Willemstad in Reichweite. Für Begleitpersonen bietet die Strandzone damit mehr als nur das Warten auf das Tauchboot.
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