
Maratua - Extra Divers
★ 4,6/5 (81 Bewertungen)
22 km entfernt Luftlinie
Indonesien · Asien
Kanäle mit Barrakudaschwärmen, Korallenwände bis 65 Meter, Kakabans See mit nicht nesselden Quallen und gelegentliche Mantarochen verbinden sich zu einem Inselprogramm mit wechselnden Strömungen.
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Die Derawan-Inseln sind ein Tauchrevier, dessen Reiz erst beim Wechsel zwischen den Inseln sichtbar wird. Rund um Derawan, Maratua, Sangalaki und Kakaban liegen Saumriffe, Steilwände, Kanäle und Plätze für Makrofotografie dicht beieinander. Dazu kommen gelegentliche Begegnungen mit Mantarochen und größeren pelagischen Fischen. Derawan ist damit weniger ein einzelner Tauchplatz als ein Inselprogramm, das sich als stationärer Aufenthalt mit Bootsausfahrten ebenso organisieren lässt wie als Tauchsafari.
Unter Wasser wechseln geschützte Korallenhänge mit exponierten Wänden und Strömungskanälen. An der Kakaban Wall reichen die Tauchgänge von flachen fünf Metern bis etwa 65 Meter; am Barracuda Point können die Strömungen dagegen stark und zeitweise reißend werden. Big Fish Country, auch The Channel genannt, setzt auf den Blick ins Freiwasser: Barrakudaschwärme, Thunfische und andere pelagische Jäger ziehen durch den Kanal. Nunukan bietet ein Hausriff mit Strömungskanal und Tiefen bis 28 Meter, während das Saumriff von Virgin Cocoa zwischen fünf und 25 Metern bleibt. Das Muaras Atoll verbindet Wände und Korallenhänge bis 40 Meter. Die Sicht ist wechselhaft. Je nach Insel und Gezeiten werden ruhige Rifftauchgänge, Strömungstauchgänge und Drifttauchgänge geplant; bei exponierten Abschnitten bleibt das Boot zur Aufnahme der Taucher in Position.
Die Großfische prägen vor allem die strömungsbeeinflussten Kanäle. In Big Fish Country stehen Große Barrakudas, Thunfische und Großaugen-Stachelmakrelen im Mittelpunkt, dazu können Weißspitzen-Riffhaie und Riffhaie durch das Blau ziehen. Meeresschildkröten gehören an den Riffen zu den regelmäßigen Begegnungen. An geschützten Abschnitten lohnt sich der genaue Blick zwischen Weichkorallen und Steinkorallen: Dort lassen sich Anglerfische und kleinere Riffische entdecken. Mantarochen sind eine gelegentliche, nicht planbare Begegnung und sollten deshalb als saisonal wechselnde Möglichkeit betrachtet werden, nicht als fester Bestandteil jedes Tauchgangs. Kakaban bringt eine andere Form der Tierbeobachtung: Die nicht nessenden Quallen des Inselgewässers sind ein eigener Programmpunkt über Wasser und unter der Oberfläche.
Die ruhigste See wird von April bis Juni gemessen. Diese Monate erleichtern die Überfahrten zwischen den Inseln und geben den Booten bessere Bedingungen, um auch exponierte Wände und Kanäle anzusteuern. Das ist besonders relevant, weil Strömung und Sicht lokal stark wechseln können. Die Zeit der Mantarochen lässt sich daraus nicht automatisch ableiten: Ihre Begegnungen bleiben gelegentlich und hängen von den jeweiligen Bedingungen ab. Auch außerhalb dieses Zeitraums ist ein Aufenthalt möglich, doch bei der Planung sollte die Beweglichkeit des Inselprogramms wichtiger sein als die Erwartung eines einzigen festen Saisonhöhepunkts.
Die Derawan-Inseln richten sich grundsätzlich an Taucher aller Erfahrungsstufen. Ruhige Abschnitte und flachere Riffe eignen sich für entspannte Tauchgänge, während Kakabans exponierte Punkte, Nunukans Strömungskanal und die Wände am Muaras Atoll mehr Erfahrung verlangen. Wer Strömung sicher einschätzen, die Drift kontrollieren und den Wiederaufstieg am wartenden Boot organisieren kann, ist im Vorteil. Ein Nitrox-Brevet ist nützlich, wenn mehrere Rifftauchgänge auf dem Programm stehen. Für Taucher im CMAS- oder VDST-System bleibt die konkrete Einteilung eine Frage der jeweiligen Ausbildung und Tagesbedingungen.
Von Frankfurt, München oder Düsseldorf führt die Anreise zunächst über mehrere Etappen mit einem Inlandsflug nach Berau oder Tarakan. Von dort geht es auf dem Landweg zu einem Anleger an der Küste von Berau, anschließend ist die Überfahrt mit dem Boot zu den Inseln zwingend. Je nach gewählter Basis und Wetterlage folgt weiterer Bootsverkehr zwischen Derawan, Maratua, Sangalaki und Kakaban. Die einzelnen Anschlüsse sollten mit zeitlicher Reserve geplant werden, da ein verspäteter Inlandsflug oder eine verzögerte Überfahrt nicht ohne Weiteres ersetzt werden kann. Auf den Inseln liegen Unterkunft und Tauchbasis meist nahe beieinander; kurze Wege werden zu Fuß, per kleiner Shuttleverbindung oder mit einem kurzen Bootstransfer zurückgelegt.
Der Aufenthalt sollte nicht auf eine einzige Insel zugeschnitten werden: Die Verbindung von Derawan, Maratua, Kakaban und Sangalaki bringt die unterschiedlichen Riffe, Wände und Tierbeobachtungen zusammen. Für die Bootswechsel gehört ein Zeitpuffer in den Reiseplan, besonders wenn mehrere Anschlüsse am selben Tag anstehen. Wer wegen der Mantarochen anreist, sollte die Ausfahrten nach den Bedingungen des Tages verteilen lassen und keinen festen einzelnen Platz voraussetzen. Übernachtungen nahe der jeweiligen Tauchbasis verringern zusätzliche Wege zum Anleger. In kleinen Inselbasen sind Ersatzteile nicht immer selbstverständlich; zusätzliche Maskenbänder, einfache Reparaturteile und passende Ladeadapter gehören daher ins Gepäck. Eine spontane, städtisch organisierte Reiseweise passt schlecht zum Archipel. Auch ein Aufenthalt ausschließlich an einer Basis kann die charakteristischen Unterschiede der Inseln auslassen. Vor dem Rückflug bleibt besser ein tauchfreier Puffertag mit kurzen Bootswegen.
Für die Derawan-Inseln sind sieben bis zehn Tage sinnvoll, damit Inselwechsel, Wetterreserve und mehrere Tauchbereiche zusammenpassen. Ein Aufenthalt an Land mit täglichen Bootsausfahrten ist die übersichtlichere Variante, wenn die Basis auf einer der bewohnten Inseln liegt. Eine Tauchsafari eignet sich, wenn entferntere Sektoren ohne häufige Unterkunftswechsel verbunden werden sollen. Begleitpersonen finden Strände, Bootsfahrten und Beobachtungen vom Ufer oder Ponton; ein ausgeprägtes städtisches Freizeitangebot ist nicht zu erwarten.
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