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Portugal · Atlantik

Tauchen Madeira: Vulkanriffe, steile Wände und Atlantikwracks

Vulkanische Wände, zutrauliche Zackenbarsche, Grotten und Schwarze Korallen prägen Madeiras Tauchgänge zwischen fünf und vierzig Metern Tiefe.

Was dieses Reiseziel besonders macht

  • Garajau Wall mit vulkanischer Wand und großen Zackenbarschen
  • Blue Hole mit Grotte und kurzem Unterwassertunnel
  • Parede Do Sardinha bis vierzig Meter Wandtiefe
  • Schwarze Korallen an den Felsstrukturen von São Lourenço
  • Ilhéu de Porto Moniz zwischen sechs und fünfundzwanzig Metern
  • Wracktauchgänge im Raum Funchal als Teil des Inselangebots
  • Ganzjähriges Tauchen mit günstigem Zeitfenster von Mai bis Oktober

Überblick

An der Garajau Wall fällt vulkanischer Fels von fünf bis dreißig Metern ab, während große, zutrauliche Zackenbarsche dicht an der Wand stehen. Madeira ist eine Inselreise mit Tauchgängen vom Ufer und kurzen Bootsfahrten, nicht das klassische Liveaboard-Ziel. Der Schwerpunkt liegt auf der Hauptinsel, vor allem an der geschützteren Südküste. Dazu kommen Grotten, Wände, felsige Risse und einzelne Wracks. Wer Atlantikbedingungen einplant und nicht ausschließlich tropische Korallengärten erwartet, findet hier eine gut organisierbare Kombination aus Landurlaub und Tauchen.

Tauchen vor Ort

Madeiras Unterwasserlandschaft besteht überwiegend aus vulkanischem Fels: Wände, Risse, Felsstrukturen, Grotten und kurze Tunnel wechseln einander ab. Die Blue Hole führt bei leichtem Strom in eine Grotte und durch einen kurzen Unterwassertunnel; dafür sind präzise Tarierung und ein sicherer Umgang mit begrenztem Raum nötig. Die Cave bleibt mit maximal zehn Metern deutlich flacher und eignet sich auch für Auffrischungstauchgänge. An der Parede Do Sardinha fällt die Wand vor Ponta de São Lourenço von fünfzehn bis vierzig Metern ab. Dort können Seegang und Strömung stärker ins Gewicht fallen. Die Sichtweite liegt an diesem Platz typischerweise zwischen zehn und zwanzig Metern und verändert sich mit Wetter und Dünung. Getaucht wird vom Ufer oder vom Boot, meist mit kurzen Anfahrten. Die Südküste bietet die verlässlichere Ausgangslage; exponierte Plätze werden dem aktuellen Seegang angepasst.

Drei unverzichtbare Tauchgänge

Die Unterwasserwelt

Die auffälligsten Begegnungen liefert Madeira nicht über eine lange Artenliste, sondern über einzelne Tiere an den Felsformationen. An der Garajau Wall halten sich große, zutrauliche Zackenbarsche auf und machen den Platz auch für Fotografen interessant. In den Rissen und an den Strukturen der Parede Do Sardinha wachsen Schwarze Korallen. Mit etwas Glück kommen dort größere pelagische Arten oder Rochen vorbei. Eine Muräne gehört ebenfalls zu den Tieren, mit denen gerechnet werden kann. An flacheren Plätzen wie der Cave oder dem Ilhéu de Porto Moniz steht weniger die Suche nach einem einzelnen Großtier als das ruhige Erkunden von Fels, Grotte und Küstenrelief im Vordergrund. Die Sicht auf die Tierwelt hängt dabei stark von Seegang, Sichtweite und der Wahl des jeweiligen Tauchplatzes ab.

Mögliche Begegnungen unter Wasser

Beste Reisezeit

Madeira wird ganzjährig betaucht; als verlässlichere Reisezeit gilt meist der Zeitraum von Mai bis Oktober. Im späten Frühjahr und im Sommer bis in den Frühherbst hinein sind die Bedingungen an der Oberfläche häufig ruhiger, die Pausen zwischen den Tauchgängen angenehmer und Bootsfahrten besser planbar. Ein einzelner Monat muss dabei nicht festgelegt werden, denn die Insel bleibt auch außerhalb dieses Zeitfensters tauchbar. Entscheidend ist die Aufteilung von Süd- und Nordküste: Die exponierteren Plätze reagieren stärker auf Seegang. Für anspruchsvollere Ausfahrten zu offenen oder äußeren Plätzen sollte der Reiseplan deshalb Reservetage enthalten, statt jeden Tauchtag unverrückbar festzulegen.

Erforderliches Niveau

Madeira spricht Taucher aller Ausbildungsstufen an, sofern der Tauchplatz zur Erfahrung passt. Die Cave und das Ilhéu de Porto Moniz sind mit Open-Water-Niveau zugänglich und bieten überschaubare Tiefen. Die Garajau Wall kann ebenfalls von Open-Water-Tauchern besucht werden; für die tieferen Wandabschnitte ist Advanced Open Water sinnvoll. Das Blue Hole verlangt wegen Grotte, Tunnel und begrenztem Raum ausgezeichnete Tarierung sowie ein Advanced-Zertifikat. Für die Parede Do Sardinha sollten Erfahrung mit Wandtauchen und Sicherheit in fünfzehn bis vierzig Metern vorhanden sein. Nitrox kann bei wiederholten Tauchgängen nützlich sein.

Vor Ort

Von Frankfurt, München oder Düsseldorf führt die Anreise per Linien- oder Direktflug nach Funchal; die Flugzeit aus Westeuropa liegt typischerweise bei etwa drei bis fünf Stunden. Von dort geht es auf der Straße zum Tauchgebiet oder zur Basis. Für die Haupttauchzonen Madeiras ist keine Fährfahrt nötig. Wer Porto Santo oder die Desertas einbezieht, muss dagegen eine Überfahrt als festen Bestandteil der Reiseplanung berücksichtigen. Wetter kann Verbindungen zu den äußeren Inseln und Bootsabfahrten beeinflussen. Vor Ort liegen Unterkunft und Tauchbasis oft nur eine kurze Taxifahrt, Autofahrt oder einen Fußweg voneinander entfernt. Wer täglich möglichst wenig Transfer möchte, plant den Aufenthalt am besten in derselben Küstenstadt wie den gewählten Tauchbetrieb.

Tipps von Ortskundigen

Die Südküste ist der sinnvollste Ausgangspunkt, weil dort die meisten Tauchbetriebe und die verlässlichere Zugänglichkeit liegen. Für die exponiertere Nordküste bleibt der Seegang entscheidend. Deshalb sollte der Reiseplan nicht um einen einzigen offenen Platz gebaut werden: Ein Reservetag kann darüber entscheiden, ob Parede Do Sardinha oder ein äußerer Bootsplatz tatsächlich erreichbar ist. Wer einen leichten Einstieg sucht, legt die geschützten Plätze zuerst fest und hebt anspruchsvollere Wände für den ruhigsten Tag auf. Für wiederholte Atlantiktauchgänge gehört eine wärmere Ausrüstung mit Haube ins Gepäck; leichtes Tropenequipment passt nicht automatisch zu den Bedingungen. Das Blue Hole sollte nur mit sehr guter Tarierung und sicherer Orientierung in engem Raum eingeplant werden. Die Erwartung an die Reise sollte bei vulkanischem Fels, Grotten, Wänden und einzelnen Wracks liegen, nicht bei flachen tropischen Korallengärten. Wer Wracks sucht, konzentriert die Planung auf den Raum Funchal, statt sie über die ganze Insel zu verteilen.

Den Aufenthalt planen

Fünf bis sieben Tage geben genügend Spielraum für wiederholte Tauchgänge an derselben Küste, wetterbedingte Verschiebungen und einen tauchfreien Inseltag. Madeira funktioniert besonders gut als Landurlaub mit täglicher Rückkehr zur Unterkunft. An einem Tag mit zu viel Seegang bieten sich Küstenwanderungen, Levada- und Aussichtsrouten oder ein Ausflug rund um Funchal an. Auch Bootsfahrten und Landschaftsbesichtigungen lassen sich einbauen. Vor dem Rückflug passt ein tauchfreier Tag, der zugleich Zeit für die Insel und den nötigen Abstand zum letzten Tauchgang lässt.

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Bewertungen erhoben von Viator und Tripadvisor.

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