Tauchsafaris · Mikronesien
Thorfinn – Wracks über der Truk Lagoon
Was dieses Schiff einzigartig macht
- Die Thorfinn liegt über den Wracks der Truk Lagoon und erreicht auf einer Woche mehr als 30 Wracks.
- Mehrere Beiboote bringen kleine Tauchgruppen unabhängig voneinander zu den Wracks und holen sie wieder ab.
- Das Tauchdeck ist auf Fotografen und technische Taucher eingerichtet, mit Kamerabereich, Spültanks und Ladestationen.
- An Bord gibt es drei Tauchgänge pro Tag, am letzten Tag zwei.
Die Einladung
Die Thorfinn ist für Taucher gebaut, die eine Woche lang in ein einziges Wrackgebiet eintauchen wollen: Truk Lagoon, wo die Relikte der japanischen Flotte unter Wasser liegen. Das Schiff liegt direkt über dem Revier und dient nicht nur als Transportmittel zwischen einzelnen Tauchplätzen. Mehrere Beiboote machen es möglich, kleine Gruppen flexibel zu den Wracks zu bringen, statt alle Taucher an einem Punkt ins Wasser zu setzen. Wer nach tropischen Riffen mit gelegentlichen Wracks sucht, findet hier nicht das richtige Programm. Wer historische Schiffe, Maschinenräume, Laderäume und die Ruhe unter Wasser sucht, bekommt eine ungewöhnlich dichte Auswahl. Mehr als 30 Wracks in einer Woche sind möglich. Die Thorfinn ist dafür die schwimmende Basis.
An Bord gehen
Beim Ankommen wirkt die Thorfinn eher wie ein Arbeitsschiff für ein abgelegenes Revier als wie ein poliertes Urlaubshotel. Der Stahlrumpf und die großen offenen Flächen passen zu einer Reise, bei der das Wasser wichtiger ist als die Lobby. Die Renovierung im Jahr 2008 hat den Charakter nicht ausgelöscht: Man bewegt sich zwischen Salon, Außenbereich und Tauchdeck mit dem Gefühl, auf einem Schiff mit Aufgabe zu sein. Innen gibt es einen klimatisierten Salon, einen offenen Sitzbereich, Bar und Essplatz; draußen Liegen und Raum für die Zeit zwischen den Tauchgängen. Die Solaranlage mit Batteriespeicher reduziert den Generatorbetrieb über Nacht. Das merkt man vor allem dort, wo Stille zählt.
Die Stimmung an Bord
Die Atmosphäre entsteht weniger aus einem Luxusversprechen als aus dem gemeinsamen Tauchprogramm. Die Passagiere treffen sich im Salon, am Esstisch und am Kameratisch immer wieder mit denselben Geschichten vom letzten Wrack. Die Crew arbeitet dabei nah am Tagesablauf: Sie unterstützt beim Wechsel zwischen Schiff, Beiboot und Wasser und hält den Betrieb rund um mehrere Tauchgruppen in Bewegung. Englisch und Chuukese werden an Bord gesprochen. Abends bleibt Raum für Bücher, Fernsehen, Getränke oder die Bilder des Tages. Eine Charter ist nicht vorgesehen; wer an Bord kommt, teilt diese Woche mit anderen Wracktauchern.
Die Tauchplätze
Die Route bleibt vollständig in der Truk Lagoon und beginnt und endet auf Weno Island. Eine Fahrt dauert acht Tage und sieben Nächte. Der Schwerpunkt liegt auf den historischen Wracks der Lagune: Mehr als 30 davon können in einer Woche besucht werden. Das bedeutet nicht 30 gleiche Tauchgänge, sondern eine Folge verschiedener Schiffe und Situationen unter Wasser, von großen Rümpfen bis zu den Bereichen, in denen Ladung, Maschinen und Aufbau erhalten geblieben sind. Die genaue Auswahl der Wracks hängt vom Ablauf der Reise ab. Einzelne Tauchplätze mit geprüften Tiefenangaben liegen nicht vor; deshalb werden hier weder Tiefen geschätzt noch Wracknamen erfunden.
Die, die euch ins Wasser bringen
Die Tauchgruppen sind mit etwa einem Guide auf vier bis fünf Taucher ausgelegt. Die Crew spricht Englisch und Chuukese. An Bord werden keine besonderen Ausbildungsprogramme genannt; vorausgesetzt werden mindestens 50 Tauchgänge und die Qualifikation AOWD oder ein gleichwertiger Abschluss. Das passt zum Revier: Truk Lagoon belohnt Taucher, die sich im Wasser und in einem Wrack selbstständig bewegen können. Die Guides verteilen die Gruppen auf die Beiboote und begleiten die Tauchgänge. Für Sicherheit ist eine vollständige Sicherheitsausstattung angegeben. Einzelheiten zu Sauerstoff, Defibrillator oder einem Rückrufsystem sind nicht ausgewiesen und werden hier nicht ergänzt.
Das Tauchdeck und die Ausrüstung
Das Tauchdeck ist auf wiederholte Wracktauchgänge und auf Kameras ausgelegt. Im Preis enthalten sind 12-Liter-Flaschen und Blei; 15-Liter-Flaschen, Leihausrüstung und Nitrox sind gegen Aufpreis erhältlich. Zwei Bauer-Kompressoren stehen zur Verfügung, einer mit 21 cfm bis 5.000 psi, der andere mit 7,5 cfm bis 5.000 psi. DIN-Adapter, warme Duschen, Spültanks und getrennte Spülmöglichkeiten für Unterwasserkameras gehören zur Infrastruktur. Der Kamerabereich hat zwei große Tische, Druckluft zur Pflege und Ladestationen mit dualer Spannung. Mehrere Beiboote erlauben kleine Gruppen und flexible Abholungen. Technisches Tauchen ist möglich.
Zwischen zwei Tauchgängen
Zwischen den Tauchgängen verteilt sich das Leben auf den klimatisierten Salon, den offenen Salon und das Sonnendeck. Wer nicht schlafen will, kann lesen, fernsehen oder sich an die Bar setzen; eine Bibliothek und ein Unterhaltungssystem sind vorhanden. Für Fotografen liegt der eigentliche Zwischenstopp am Kamerabereich: Zwei große Tische, Druckluft zur Reinigung und Wartung sowie Anschlüsse für unterschiedliche Spannungen machen aus der Pause eine Arbeitszeit. Die Fahrten zwischen den Wracks gehören ebenfalls dazu. Man sortiert Bilder, lädt Akkus, isst etwas und wartet nicht einfach nur auf das nächste Signal.
Ein Tag an Bord
Der Tag beginnt mit dem ersten Briefing und führt zu drei Tauchgängen, die sich über den Tag verteilen. Dazwischen wechseln sich Essen, Schlaf, Kamerapflege, Gespräche und die Fahrten zu den nächsten Wracks ab. Die Beiboote bringen die Gruppen unabhängig voneinander ins Wasser und holen sie nach dem Tauchgang wieder ab. Wer nach dem dritten Tauchgang noch Energie hat, bleibt im offenen Salon, liest oder sichtet Bilder; andere verschwinden direkt in der klimatisierten Kabine. Am letzten Tag ist ein Tauchgang weniger vorgesehen. Feste Uhrzeiten werden nicht genannt, der Ablauf folgt dem Tauchbetrieb und den Bedingungen in der Lagune.
Was man an Bord isst
Gegessen wird in Buffetform, mit westlichen und lokalen Gerichten. Die Küche berücksichtigt angegebene Ernährungswünsche; heiße und kalte alkoholfreie Getränke, Tee, Kaffee und Snacks stehen über den Tag bereit. Alkohol und Spirituosen gibt es ebenfalls an Bord. Der große Essbereich ist bei einer Wrackwoche mehr als ein Platz für die Mahlzeit: Nach dem Tauchgang braucht es etwas Schnelles, später etwas Warmes, und dazwischen bleibt selten Zeit für große Zeremonien. Das Buffet passt dazu. Man nimmt sich, was jetzt richtig ist, und ist bald wieder auf dem Weg zum Tauchdeck.
Die Nächte auf See
Die Kabinen sind klimatisiert und reichen von einfachen Doppel- und Einzelbettkabinen bis zur Thor’s Lair Suite mit großem Bett, Sitzecke, Schreibtisch, Monitor, begehbarem Kleiderschrank und großem Bad. Mehrere Kabinen auf dem Unter- und Hauptdeck haben ein eigenes Bad; die Kabinen auf dem Oberdeck teilen sich Dusche und Toilette. Das ist der Unterschied zwischen einer praktischen Tauchkabine und einer privaten Suite, nicht zwischen zwei völlig verschiedenen Schiffen. Zwischen Bett, Bad und Ausrüstung bleibt alles überschaubar. Wer nach einem langen Tauchtag die Tür schließt, bekommt Ruhe, Klimaanlage und einen festen Platz für die nächste Runde. Wer mehr Raum möchte, findet ihn in Thor’s Lair.
Doppelkabine Einzel + (#4-8)
Zweibettkabine (#11)
Doppelkabine Einzel + (#9,10)
Kabine Thor’s Lair
Doppelkabine Einzel + (# 3)
Was man vor dem Einsteigen wissen sollte
Die Reise beginnt und endet auf Weno Island in der Truk Lagoon. Ein geplanter Gruppentransfer bringt Passagiere vom Flughafen oder einem örtlichen Hotel zum Schiff und nach der Reise wieder zurück. Die Transferorganisation ist eingeschlossen; die genauen Informationen erhält man im Rahmen der Reiseunterlagen. Eine Anreise am Vortag ist sinnvoll, damit Flugverspätungen nicht den Einstieg gefährden.
Was das Schiff für den Ozean tut
Die Thorfinn nutzt eine Solaranlage mit 36 Paneelen, einem 40-kW-Wechselrichter und Lithium-Metall-Ionen-Batteriespeicher. Sie unterstützt die Stromversorgung über Nacht und verringert den Bedarf an Treibstoff für die Generatoren. Für ein Schiff, das mehrere Tage über einem abgelegenen Wrackgebiet liegt, ist das eine konkrete Maßnahme mit direktem Bezug zum Bordbetrieb.
- Baujahr
- 2005
- Jahr der Renovierung
- 2008
- Länge
- 58 m
- Breite
- 10 m
- Maximale Passagierzahl
- 22
- Anzahl Kabinen
- 11
- Motoren
- Fredriksstad Mek 4 cyl. double compound steam – 2,500 h.p. @ 140 rpm
- Beiboote
- 2 × Yamaha 150's; 2 × Yamaha 60's; 1 × Yamaha 40's
- Webseite
- thorfinn.net ↗
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