Atlantik
Azoren: Vulkaninseln zwischen Atlantik und Unterwasserbergen
Zwischen Horta, Furnas und den Weinmauern von Pico verbinden die Azoren vulkanische Landschaften mit Tauchplätzen im offenen Atlantik.
Was dieses Land einzigartig macht
- Mai bis September verbindet die zentralen Inseln
- Mantarochen und Mobularochen rund um Santa Maria
- Barrakudas, Muränen und Nacktschnecken auf allen Inseln
- Princess Alice Bank vor Faial als ozeanischer Bezugspunkt
- Cozido das Furnas aus São Miguels Vulkanboden
- Angra do Heroísmo mit UNESCO-Altstadt auf Terceira
- Fähren zwischen Faial und Pico für kombinierte Aufenthalte
Für Untertitel auf Deutsch: starten Sie zuerst das Videoklicken Sie dann auf das Zahnradoben rechts im Video, wählen Sie „Untertitel“, dann „Automatisch übersetzen“ und schließlich „Deutsch“.
Dieses Land für Taucher
Die Azoren sind kein einzelnes Tauchrevier, sondern ein Atlantikarchipel mit deutlich unterschiedlichen Inselgruppen und Anfahrtslogiken. Gemeinsam sind den Gebieten Barrakudas, Muränen und Nacktschnecken; dazu kommen vulkanische Unterwasserreliefs und wechselnde Strömungen. Im Unterschied zu kontinentalen portugiesischen Reisezielen verbindet sich hier das Tauchen mit Inselwechseln, Fährfahrten und exponierten Ausfahrten ins offene Meer. Faial, Pico und Terceira bilden dabei einen zentralen Schwerpunkt, während Santa Maria und São Miguel stärker auf pelagische Begegnungen ausgerichtet sind.
Wie sich das Land gliedert
Für die Reiseplanung lassen sich die Tauchgebiete in drei sinnvolle Gruppen lesen. Faial, Pico und Terceira bilden den zentralen Atlantikraum: Er eignet sich für Taucher, die unterschiedliche Unterwasserlandschaften, küstennahe Plätze und Ausfahrten mit dem Boot verbinden möchten. Der eigenständige Bereich Santa Cruz setzt einen anderen Akzent mit einer breiten Mischung aus Rifffischen, Schwarmfischen und größeren pelagischen Tieren. Santa Maria und São Miguel liegen weiter südlich und sprechen besonders Reisende an, die ihre Route auf Begegnungen mit Mantarochen, Mobularochen und weiteren pelagischen Fischen ausrichten. Faial ist dabei als anspruchsvollere Wahl eingeordnet, während die übrigen Gebiete unterschiedliche Erfahrungsstufen ansprechen. Corvo, Graciosa und São Jorge gehören ebenfalls zur Inselwelt und besitzen eigene Tauchseiten, werden aber nicht sinnvoll als bloße Verlängerung einer zentralen Inselroute behandelt. Die passende Gebietsseite hängt deshalb zuerst davon ab, ob Sie Vielfalt, Pelagik oder eine kompakte Inselbasis suchen.
Die Tauchgebiete
Tauchbasen
Hotels
Wann und wohin, Monat für Monat
Die gemeinsame Tauchzeit der beschriebenen Gebiete reicht von Mai bis September. Mai, Juni, Juli, August und September sind damit die Monate, in denen Faial, Pico, Terceira, Santa Cruz, Santa Maria und São Miguel gleichzeitig in Saison liegen. Gegenläufige Saisonfenster zwischen den Inselgruppen gibt es nicht; eine Reise muss also nicht zwischen Nord- und Südseite ausweichen, um überhaupt ein saisonales Gebiet zu erreichen. Trotzdem bleibt die Wahl der Insel wichtig, weil Wind und Dünung die beiden Seiten derselben Insel unterschiedlich beeinflussen können. Ein Platz kann an einer geschützten Küste möglich sein, während eine exponierte Seite ausfällt. Für mehrere Tauchtage ist es daher sinnvoll, verschiedene Küstenabschnitte einzuplanen und den Morgen für Ausfahrten zu nutzen. Bei pelagischen Zielen gehört außerdem ein Puffertag ans Ende des Aufenthalts, weil eine kurzfristige Verschlechterung der Atlantikbedingungen eine geplante Ausfahrt verschieben kann.
Unterwasserwelt, Küste für Küste
Überall auf den Azoren begegnen Ihnen Barrakudas, Muränen und Nacktschnecken. Diese gemeinsame Grundlage verbindet die Inseln, entscheidet aber nicht allein über die beste Route. Im zentralen Raum aus Faial, Pico und Terceira kommen unter anderem Balisten, Goldbrassen, braune Zackenbarsche, Riffhaie und Stachelrochen hinzu; auch Schwarmfische und Bonitos prägen dort das Bild. Santa Cruz erweitert das Spektrum um schwarzen Korall, Oktopusse, Skorpionfische, Thunfische und größere Schwärme pelagischer Fische. Rund um Santa Maria und São Miguel liegt der Schwerpunkt auf Mantarochen, Mobularochen, Thazard-Bastarden, Bicudas und weiteren pelagischen Begegnungen. Wer gezielt Großfische sucht, sollte deshalb die südliche Inselgruppe anders bewerten als eine Route durch den zentralen Archipel. Für eine breitere Artenauswahl kann der Wechsel zwischen diesen Räumen reizvoller sein als ein längerer Aufenthalt an nur einer Insel.
Zwischen den Gebieten reisen
Am einfachsten lässt sich der Inselwechsel im Dreieck aus Faial, Pico und São Jorge organisieren. Zwischen Faial und Pico liegen 36 Kilometer; Fähren verbinden Horta mit Madalena in ungefähr einer Stunde. So kann Horta als feste Basis dienen, während ein Tagesausflug nach Pico zusätzliche Tauch- oder Landtage ermöglicht. Auch Terceira lässt sich aus dem zentralen Raum einbeziehen, liegt aber bereits 111 Kilometer von Pico und 138 Kilometer von Faial entfernt. Das ist eine andere Reiseentscheidung als eine kurze Fährüberfahrt und verlangt mehr Zeit für die Abfolge. Santa Maria und São Miguel sind mit 99 Kilometern untereinander gut kombinierbar, gehören jedoch nicht zum direkten Fährdreieck. Für größere Sprünge zwischen den Inselgruppen sind Interinselflüge mit SATA Air Azoren die maßgebliche Verbindung. Wer Santa Maria, São Miguel oder Corvo mit zentralen Inseln verbinden möchte, sollte deshalb Flugtage, mögliche Umstiege und flexible Tauchtage getrennt vom eigentlichen Inselprogramm planen.
Maske abnehmen
Außerhalb des Wassers zeigen die Azoren ihre vulkanische Geschichte unmittelbar. Auf Terceira führt der Besuch von Algar do Carvão in eine begehbare vulkanische Schornsteinhöhle mit innerem See; in Angra do Heroísmo stehen die Sé Catedral, die Praça Velha, der Jardim Duque da Terceira und das Museum von Angra do Heroísmo für die koloniale Geschichte der Insel. Faial verbindet Horta Marina und das traditionsreiche Peter Café Sport mit dem jüngeren Landschaftsbild von Volcão dos Capelinhos und seinem Besucherzentrum. Auf Pico prägen die UNESCO-Weinlandschaften bei Madalena, Basaltmauern, Weinmuseen und Dörfer den Landtag. São Miguel bietet in Furnas Fumarolen und dampfende Erdspalten; dort wird das Cozido das Furnas mehrere Stunden in geothermischen Gruben gegart. In Angra do Heroísmo gehört Alcatra auf den Tisch, in Furnas das vulkanisch gegarte Gericht. Auf São Jorge wird Queijo de São Jorge serviert. In Ponta Delgada verbindet der Mercado da Graça frische Erzeugnisse mit dem Alltag der Insel. Von Mai bis September prägen außerdem die Festas do Espírito Santo vielerorts Prozessionen und Gemeinschaftsessen.
Was überall in diesem Land gilt
Auf allen Azoreninseln bleibt die Strömung veränderlich; das gehört zur Planung jeder Ausfahrt. Fragen Sie nach der windabgewandten Seite, denn die Bedingungen können zwischen den Küsten am selben Tag deutlich auseinanderliegen. Für ozeanische Ausfahrten sollten Sie eine sichere, zügige Abstiegsmöglichkeit und eine klar besprochene Rückkehr entlang der Ankerleine einplanen. Bei Seamounts können Abwärtsströmungen und driftende Aufstiege auftreten; der Ablauf gehört deshalb ins Briefing, ebenso der Sicherheitsstopp. Wiederholungstauchgänge über mehrere Tage machen die Nitrox-Frage sinnvoll, abhängig von der geplanten Sequenz. Die Atlantikbedingungen rechtfertigen außerdem einen Puffertag, besonders wenn ein pelagischer Schwerpunkt den Charakter der Reise bestimmt.


















