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Spanien · Mittelmeer

Tauchen L'Estartit : L’Estartit: Felscanyons und die geschützten Medes-Inseln

Kurze Bootstauchgänge führen zu Felscanyons, Gorgonienfeldern, braunen Zackenbarschen und dem Wrack Reggio Messina vor L’Estartit.

Was dieses Reiseziel besonders macht

  • Parallele Unterwasser-Canyons bei Canons De Fora
  • Reggio Messina mit sichtbaren Eisenbahngleisen auf 24 bis 32 Metern
  • Braune Zackenbarsche zwischen Gorgonien und Felsüberhängen
  • Barrakudas während der Sommermonate
  • Kurze Bootsfahrt vom Hafen zu den Medes-Inseln
  • Geschützte Bereiche mit reguliertem Zugang und Parkgebühr
  • Gute Reisezeit im Mai, Juni, September und Oktober

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Überblick

Canons De Fora zeigt, wofür L’Estartit unter Wasser steht: parallele Felscanyons, Wände und Überhänge bis in größere Tiefen. Dazu kommt mit der Reggio Messina ein 122 Meter langes Eisenbahnfährschiff, dessen Gleise noch sichtbar sind. Die meisten Tauchgänge führen mit kurzen Bootsfahrten vom Hafen zu den Medes-Inseln. L’Estartit ist damit eine stationäre Mittelmeerbasis für mehrere Tauchtage, nicht der Ausgangspunkt einer Tauchsafari. Wer nicht taucht, findet Strände, Küstenwege und Ausflugsziele im Empordà.

Tauchen vor Ort

Die Tauchplätze rund um die Medes-Inseln verbinden steile Felswände, kleine Felsriffe, Überhänge und trockene Formationen. Bei Canons De Fora geht es durch ein Labyrinth paralleler Canyons bis auf etwa 35 Meter; dort sind Tarierung und Tiefenmanagement besonders wichtig. Die Reggio Messina liegt zwischen 24 und 32 Metern und eröffnet einen anderen Tauchablauf: entlang des Wracks lassen sich die noch erkennbaren Gleise und die maritime Struktur erkunden. Der vorherrschende Ablauf ist die Bootsausfahrt vom Hafen, meist mit kurzen Anfahrten. Strömungen können wechseln und sind nicht an jedem Tag gleich. Die Sicht wird durch Wellengang, Küstenwasser und die Bedingungen auf dem offenen Abschnitt beeinflusst. Nitrox und ein Advanced-Brevet erweitern die Auswahl, ersetzen aber nicht die nötige Ruhe an tieferen oder strömungsbeeinflussten Stellen.

Zwei unverzichtbare Tauchgänge

Die Unterwasserwelt

Braune Zackenbarsche gehören im Sommer und in der Nachsaison zu den regelmäßigen Begegnungen. Ihre Größe und ihr Verhalten profitieren von den Schutzregeln der Medes-Inseln; besonders an Felswänden, Überhängen und in strukturreichen Bereichen lohnt sich ein langsamer Blick in Spalten. Barrakudas werden vor allem im Sommer regelmäßig gesehen und ziehen häufig über den Felsformationen vorbei. Rochen und Nacktschnecken sind eher gelegentliche Beobachtungen und lassen sich nicht für jeden Tauchgang einplanen. An Canons De Fora kommen zu den Fischen Muränen und dicht bewachsene Gorgonienfelder hinzu. Die geschützte Zone kann dadurch deutlich mehr größere Tiere zeigen als offene Küstenabschnitte in der Umgebung, bleibt aber stark frequentiert.

Mögliche Begegnungen unter Wasser

Beste Reisezeit

Mai, Juni, September und Oktober eignen sich besonders für einen Tauchaufenthalt. In diesen Zeiträumen lassen sich mehrere Bootsausfahrten besser mit einer noch ruhigeren Atmosphäre verbinden als in der Hauptsaison. Der Sommer bringt regelmäßige Barrakuda-Beobachtungen, zugleich aber den stärksten Andrang im Hafen und im Park. September und Oktober bieten deshalb eine gute Verbindung aus Nachsaisonruhe und der Chance auf braune Zackenbarsche. Einen einzelnen Monat muss man nicht grundsätzlich ausschließen; entscheidend bleiben Seegang, Wellengang und die verfügbaren Bootsabfahrten. Bei einem kurzen Aufenthalt sollte eine zusätzliche Wetterreserve eingeplant werden, weil die Tauchgänge vollständig von den lokalen Ausfahrten abhängen.

Erforderliches Niveau

L’Estartit richtet sich vor allem an Freizeittaucher verschiedener Ausbildungsstufen. Für einfache Profile genügt solide Grundausbildung, sichere Tarierung und Erfahrung mit Bootstauchgängen. Canons De Fora und die Reggio Messina verlangen wegen ihrer Tiefen ein Advanced-Brevet oder eine entsprechende Deep-Spezialisierung. Wer diese Tauchgänge plant, sollte sich in felsigem Gelände beziehungsweise am Wrack wohlfühlen und den Gasvorrat konsequent überwachen. Ein Nitrox-Brevet ist hilfreich, wenn mehrere Ausfahrten in kurzer Folge vorgesehen sind. Strömungen bleiben variabel; deshalb zählt die Tagesbeurteilung mehr als das bloße Vorhandensein eines höheren Brevets.

Vor Ort

Von Frankfurt, München oder Düsseldorf aus führt die Anreise zunächst in Richtung Barcelona oder Girona; von dort geht es auf der Straße weiter nach L’Estartit. Eine Fährverbindung ist für die Anreise in den Ort nicht erforderlich. Die eigentlichen Tauchgänge beginnen am Hafen: Die lokalen Basen fahren mit ihren Booten zu den Medes-Inseln, sodass kein längerer Transfer über Land zu den Einstiegsstellen nötig ist. Wer mehrere Ausfahrten plant, sollte die Anreise so legen, dass am ersten Tag kein enger Zeitplan zwischen Straßenfahrt, Einchecken und Bootstermin entsteht. Unterkünfte im Ort oder in der näheren Umgebung liegen häufig so, dass der Hafen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per örtlichem Taxi erreichbar ist.

Tipps von Ortskundigen

L’Estartit sollte als eigentliche Tauchbasis eingeplant werden, nicht als kurzer Zwischenstopp. Der Ablauf hängt an den Bootsausfahrten zu den Medes-Inseln; bei einem kurzen Aufenthalt ist deshalb ein zusätzlicher Tag als Wetterreserve sinnvoll. Die ersten Ausfahrten des Tages können helfen, dem stärksten Boots- und Palanquenverkehr auszuweichen. In der Hochsaison werden Hafen und Boote spürbar voller, was die zeitliche Flexibilität verringert. Wer die Reggio Messina oder Canons De Fora auf dem Plan hat, sollte Advanced- beziehungsweise Tiefenerfahrung nicht erst vor Ort nachholen wollen. Für die teilweise 32 bis 35 Meter tiefen Profile zählt eine sauber beherrschte Tarierung mehr als ein möglichst ambitionierter Ablauf. Eigenes Basisequipment kann sich lohnen, wenn bei Passform und Konfiguration wenig Spielraum besteht. In der Reserve gelten Parkregeln: nicht ankern, keine Organismen sammeln und die markierten Bereiche sowie Bojen beachten.

Den Aufenthalt planen

Für L’Estartit passen vier bis sieben Tage, damit mehrere Bootsausfahrten möglich sind und eine wetterbedingte Verschiebung nicht sofort den gesamten Plan verändert. Zwischen den Tauchgängen bleibt Zeit für Strand, Küstenwanderungen und Aussichtspunkte im Naturpark Montgrí. Auch Kajak- und Paddle-Ausflüge in der Bucht sowie Dörfer und Kulturziele im Empordà lassen sich gut einbauen. Vor dem Rückflug eignet sich ein tauchfreier Tag für Spaziergänge, Radfahren oder andere Aktivitäten an der Oberfläche.

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