Costa Rica · Amerika
Tauchen Cano Island: Felsnadeln und Begegnungen im Freiwasser
Unterwasserpinnakel, Korallengärten und Weißspitzen-Riffhaie prägen Cano Island; an exponierten Felsflanken können Mantarochen, Teufelsrochen und große Barrakudas vorbeiziehen.
Was dieses Reiseziel besonders macht
- Devil Pinnacle fällt von fünf bis vierzig Metern ab
- Paradisus mit Überhängen, Felswänden und wechselnder Strömung
- Coral Garden zwischen fünf und zwölf Metern
- Weißspitzen-Riffhaie an den Felsformationen der Insel
- Mantarochen und Teufelsrochen im offenen Wasser
- Diablo Deep mit Felswänden bis fünfunddreißig Meter
- Drei Korallenpinnakel bei 3 Rocks und sandigem Grund
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Überblick
An den Felsflanken von Cano Island geht es weniger um einen langen Strandtauchgang als um das Abtauchen an einem geschützten Inselrelief. Devil Pinnacle ragt bis in fünf Meter Tiefe auf und fällt bis vierzig Meter ab; daneben liegen flachere Korallengärten und sandige Abschnitte. Die Insel vor der Osa-Halbinsel wird ausschließlich per Boot erreicht. Wer mehrere Ausfahrten einplant, sucht hier vor allem Weißspitzen-Riffhaie, Rochen und andere Großfische im offenen Wasser.
Tauchen vor Ort
Das Unterwasserbild bestimmen Felsnadeln, Wände, Überhänge und einzelne flache Korallengärten. Am Coral Garden bewegt sich der Tauchgang meist zwischen fünf und zwölf Metern, während Devil Pinnacle bis vierzig Meter reicht und damit deutlich mehr Erfahrung verlangt. Paradisus verbindet einen flachen Gipfel mit Felswänden und Überhängen; Diablo Deep führt an einer exponierten Pinnakel bis etwa fünfunddreißig Meter. Die Strömung reicht von leicht bis kräftig und kann sich an Außenbereichen oder beim Gezeitenwechsel spürbar verändern. Die Sicht schwankt je nach Platz und Wasserbewegung ungefähr zwischen sechs und fünfunddreißig Metern. Getaucht wird in begleiteten Bootsausfahrten, nicht im selbstständigen Einstieg vom Ufer. Gute Tarierung und kontrolliertes Verhalten in der Strömung machen die wechselnden Tiefen deutlich angenehmer.
Drei unverzichtbare Tauchgänge
Die Unterwasserwelt
Cano Island ist auf Begegnungen mit größeren Tieren ausgerichtet. An den Pinnakeln können Weißspitzen-Riffhaie stehen, während Mantarochen und Teufelsrochen im freien Wasser erscheinen. Auch Meeresschildkröten, große Barrakudas, Schnapper und Grunzer gehören zum möglichen Bild. In den geschützteren Bereichen des Coral Garden liegen Papageifische, Kugelfische und Muränen zwischen den Korallen; mit etwas Glück zeigt sich dort sogar ein Anglerfisch. Ammenhaie ergänzen die Liste der möglichen Haibegegnungen. Einen verlässlichen Kalender für einzelne Arten gibt es nicht: Die Ausfahrten werden deshalb nicht auf eine garantierte Sichtung, sondern auf wiederholte Chancen an unterschiedlichen Reliefs angelegt. Mehrere Tauchtage sind sinnvoller als die Erwartung, bei einer einzigen Ausfahrt sämtliche Großfische zu sehen.
Mögliche Begegnungen unter Wasser
Beste Reisezeit
Für Cano Island gibt es keine belastbare Monatsregel, die alle Tauchplätze gleichermaßen abdeckt. Die Entscheidung sollte deshalb vor allem an der Seetauglichkeit des jeweiligen Zeitraums und an einem ausreichend großzügigen Reiseplan hängen. Exponierte Plätze wie Devil Pinnacle und Diablo Deep reagieren stärker auf Wasserbewegung und Gezeiten als der flache Coral Garden. Für Diablo Deep wird die Sicht außerhalb der Regenzeit als günstiger beschrieben. Früh beginnende Ausfahrten nutzen häufig die ruhigere erste Tageshälfte, bevor Wind und zusätzlicher Bootsverkehr die Bedingungen erschweren können.
Erforderliches Niveau
Die flacheren Plätze, etwa Coral Garden oder 3 Rocks, eignen sich auch für Open-Water-Taucher mit etwas Erfahrung. Für Devil Pinnacle, Paradisus und Diablo Deep ist ein Advanced-Open-Water-Brevet beziehungsweise im CMAS/VDST-System eine vergleichbare Weiterbildung sinnvoll. Entscheidend ist weniger das Brevet allein als die Erfahrung mit wechselnder oder kräftiger Strömung und die Fähigkeit, Tiefe und Tarierung an einer exponierten Felswand kontrolliert zu halten. Nitrox ist bei mehreren Bootstauchgängen an aufeinanderfolgenden Tagen nützlich.
Vor Ort
Von Frankfurt, München oder Düsseldorf führt die Reise zunächst an die südpazifische Küste Costa Ricas. Cano Island selbst ist nicht auf dem Landweg erreichbar: Die Tauchfahrt beginnt an der Küste, vor allem in der Gegend von Drake Bay beziehungsweise Bahía Drake. Dorthin werden Straßentransfer und anschließende Bootsfahrt miteinander verbunden; die letzte Etappe zur Insel erfolgt immer über das Wasser. Wer nicht direkt an der Abfahrtsküste wohnt, muss zusätzlich einen Transfer von der Unterkunft zum Ausgangspunkt der Ausfahrt einplanen. Auf der Küste sind dafür je nach Unterkunft Fußweg, Shuttle oder Taxi üblich. Das gesamte Paket aus Unterkunft, Küstentransfer und Bootsausfahrt sollte vorab aufeinander abgestimmt werden, weil eine verspätete Landverbindung die Inselpläne unmittelbar beeinträchtigen kann.
Tipps von Ortskundigen
Cano Island sollte nicht als spontaner Zwischenstopp behandelt werden. Die Insel liegt vor der Küste, und jede Ausfahrt hängt an der Reihenfolge aus Landtransfer, Boot und Seegang. Eine Unterkunft an derselben Küste wie der Abfahrtsort spart am frühen Morgen unnötige Wege und verringert das Risiko, den Bootsanschluss zu verpassen. Im Tagesplan bleiben besser mehrere Ausfahrten als Reserve, denn bei ungünstiger See lässt sich ein Inselprogramm nicht einfach durch einen Strandtauchgang ersetzen. Früh starten lohnt sich: Wind und Bootsverkehr können die Bedingungen später am Tag verschlechtern. Wer empfindlich auf Leihmaterial reagiert, nimmt die persönliche Ausrüstung vollständig mit; bei einer geschützten Insel gehört eher standardisiertes Basisequipment ins Boot als eine große Auswahl an Spezialteilen. Bei mehreren Tauchgängen hilft Nitrox, die Wiederholungstauchgänge entspannt zu planen. Im Parque Nacional Isla del Caño gelten No-Take-Regeln: nichts sammeln, nichts berühren und nicht frei ankern.
Den Aufenthalt planen
Drei bis fünf Tage an der Küste von Drake Bay oder in der näheren Umgebung geben genügend Spielraum für mehrere Bootsausfahrten. Die Insel selbst ist kein Aufenthaltsort mit eigenständigem Landprogramm; die Zeit außerhalb des Wassers spielt sich an der Küste der Osa-Halbinsel ab. Für Nichttaucher bieten sich Naturbeobachtung, leichte Wanderungen sowie Boot- oder Kajaktouren in geschützten Buchten an. Ein Ruhetag an der Küste eignet sich außerdem als Puffer vor der Weiterreise.
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