
Cap Camarat Plongee
★ 4,9/5 (281 Bewertungen)
1,4 km entfernt Luftlinie
Frankreich · Mittelmeer
Wracks auf Sandgrund, flache Felsriffe am Cap Camarat und die 60 Meter tiefe Poursuivante prägen Ramatuelles Bootstauchgänge.
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Die Poursuivante liegt in zwei Teilen auf 60 Metern Tiefe und macht deutlich, wofür Ramatuelle unter Wasser steht: französische Wracks, Felsriffe und mediterranes Leben statt Korallenlandschaften. Die Halbinsel von Saint-Tropez dient dabei vor allem als Ausgangspunkt für Tagestouren mit dem Boot. Flachere Alternativen bieten Le Tell und Tell Roche Fouras am Cap Camarat. An Land verbindet sich das Tauchen mit Stränden, Küstenwegen und provenzalischen Orten.
Ramatuelle ist in erster Linie ein Revier für Bootstauchgänge. Die Unterwasserlandschaft reicht vom flachen Felsausläufer Tell Roche Fouras bis zum tiefen Wrack der Poursuivante, das auf 60 Metern liegt und überwiegend in etwa 55 Metern betaucht wird. Le Tell liegt dagegen zwischen fünf und 18 Metern und ist weit verstreut, sodass sich dort auch bei geringer Tiefe viel beobachten lässt. Die Strömung bleibt variabel: Am Le Tell sind meist ruhige Verhältnisse und höchstens leichte Oberflächenströmungen zu erwarten, während am Tell Roche Fouras Schwell und Bootsverkehr beim Auftauchen Aufmerksamkeit verlangen. Für die Poursuivante sind Tiefe, Distanz und Wrackcharakter entscheidender als ein kurzer Ausflug vom Ufer. Verlässliche Sichtweiten lassen sich nicht pauschal angeben; die Bedingungen am jeweiligen Tag gehören zur Planung.
An den Felsen und in den Wracks begegnen dem Taucher typische Mittelmeerbewohner. Zackenbarsche stehen für die strukturreichen Riffe am Cap Camarat, während Meeraale und Muränen in Spalten, Wrackteilen und geschützten Bereichen zu finden sind. Die Poursuivante bietet zusätzlich Lebensraum für Hummer und Conger. Le Tell ist trotz seiner verstreuten Lage flach genug, um die Fauna in Ruhe abzusuchen, statt sich auf eine einzige Wrackpassage zu konzentrieren. Muränen und Kraken können ganzjährig beobachtet werden. Zackenbarsche sind in der warmen Jahreszeit regelmäßig anzutreffen. Nacktschnecken zeigen sich besonders vom Frühjahr bis in den frühen Sommer. Kleine Thunfischverwandte können vom Spätsommer bis in den Herbst gelegentlich vorbeiziehen. Die Erwartungen sollten mediterran bleiben: Fels, Sand, Seegras und Wrackbewuchs ersetzen hier das Korallenriff.
Die gemessene ruhigste Phase reicht von April bis September. Für eine Reise mit mehreren Bootstagen liegen Mai und Juni sowie September und Oktober besonders nahe, weil die Schultermonate weniger stark vom sommerlichen Riviera-Andrang geprägt sind. April bis September bietet zudem das verlässlichere Fenster für die regionale Tauchsaison; der Winter ist für regelmäßige Freizeittauchgänge weniger attraktiv. Wer im Spätsommer oder Herbst reist, kann mit gelegentlichen Begegnungen mit kleinen Thunfischverwandten rechnen. Im Frühjahr bis frühen Sommer sind Nacktschnecken ein zusätzlicher biologischer Grund für die Wahl dieses Zeitraums. Für die Planung bleibt ein wetterbedingter Reservetag sinnvoll, da Offshore-Ausfahrten stärker vom Seegang abhängen als die Anreise über Land.
Das Revier spricht Anfänger und erfahrene Taucher an, allerdings nicht mit jedem Tauchplatz gleichermaßen. Le Tell ist mit fünf bis 18 Metern für Taucher auf PE12-Niveau zugänglich; Tell Roche Fouras reicht von null bis zwölf Metern, verlangt aber Aufmerksamkeit wegen Schwell und Bootsverkehr an der Oberfläche. Für die Poursuivante sind fortgeschrittene Ausbildung und mindestens 50 geloggte Tauchgänge vorgesehen. Ein Advanced-Brevet und Nitrox sind besonders bei tieferen oder aufeinanderfolgenden Bootstauchgängen praktisch. Für VDST- und CMAS-Taucher zählt daher weniger ein formaler Titel als die passende Tiefen- und Wrackerfahrung.
Von Frankfurt, München oder Düsseldorf führt die Anreise grundsätzlich per Flug zu einem Regionalflughafen und anschließend mit Mietwagen, Transfer oder Taxi über die Straße nach Ramatuelle. Wer bereits an der Côte d’Azur unterwegs ist, erreicht die Halbinsel ebenfalls auf dem Landweg. Eine Fähre ist für Ramatuelle nicht erforderlich; das ist der wesentliche Unterschied zu einer klassischen Inselreise. Vor Ort liegen Unterkunft und Tauchbasis je nach Wahl im Saint-Tropez- oder Ramatuelle-Küstenbereich. Die letzten Wege zum Abfahrtshafen werden meist mit kurzem Auto- oder Taxitransfer zurückgelegt, bei sehr lokaler Unterkunft teilweise auch zu Fuß. Für die Tauchplanung ist der Hafen wichtiger als ein möglichst abgelegenes Quartier, weil die eigentlichen Ziele mit dem Boot vor der Küste liegen.
Ramatuelle sollte nicht als Strandtauchziel geplant werden: Die interessanten Wracks und Außenriffe beginnen mit der Bootsausfahrt. Bei der Zusammenstellung der Tauchpraxis lohnt die Mischung aus einem flacheren Felsplatz wie Tell Roche Fouras, dem zugänglichen Le Tell und einem tieferen Wracktag, sofern Ausbildung und Erfahrung passen. Für die Poursuivante sind 60 Meter Tiefe und lange Abschnitte um 55 Meter keine beiläufige Erweiterung eines normalen Urlaubstauchgangs; dort braucht es die verlangte Erfahrung und eine konservative Planung. Bei mehreren Tauchtagen ist Nitrox sinnvoll, weil die Ausfahrten häufig wiederholt werden und tiefere Profile möglich sind. Ein Reservetag sollte nicht als Lücke betrachtet werden: Offshore-Boote reagieren auf Seegang, während ein Landtag an den Stränden oder auf den Küstenwegen der Halbinsel problemlos möglich bleibt. Am Tell Roche Fouras ist beim Auftauchen besonders auf Schwell und Bootsverkehr zu achten. Im Umfeld des Parc national de Port-Cros gelten außerdem Ankerbeschränkungen; Meerestiere bleiben unberührt, und nichts wird mitgenommen oder zurückgelassen.
Fünf bis sieben Tage geben genügend Raum für mehrere Bootstauchgänge, einen wetterbedingten Ausweichtag und Erholung an Land. Die Unterkunft kann im Küstenbereich von Ramatuelle oder Saint-Tropez liegen; kurze Wege zum Abfahrtshafen sind praktischer als eine besonders entfernte Ortslage. Zwischen den Tauchtagen bieten sich Strände, Küstenwanderungen, Aussichtspunkte und Besuche in Ramatuelle oder nahe gelegenen provenzalischen Orten an. So bleibt der Aufenthalt ein Rivieraurlaub mit einem klaren Wrack- und Felsriffprogramm unter Wasser.
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