Tauchsafaris · Madagaskar
Gros Plan – klein unterwegs zu Madagaskars großen Tauchplätzen
Was dieses Schiff einzigartig macht
- Der Lagoon-450-Katamaran nimmt höchstens acht Gäste in vier Doppelkabinen auf.
- Die sechstägige Radames-Tour dauert fünf Nächte und umfasst zehn geplante Tauchgänge.
- Auf der Route liegen die Inselgruppen Mitsio und Radames mit Stopps unter anderem bei Nosy Iranja, Antanimora, Kalakajoro und Sakatia.
- Tauchguide, Vollpension, Schnorchelausrüstung und Landausflüge gehören zum Reiseumfang; Alkohol und Leihausrüstung sind zusätzliche Leistungen.
Die Einladung
Die Gros Plan ist für Taucher, die nicht mit dreißig Menschen auf einem großen Safarischiff verschwinden wollen. Acht Gäste reichen, damit man sich am ersten Tag kennenlernt und der Guide weiß, wer ruhig abtaucht, wer gern im Riff sucht und wer beim Fotografieren Zeit braucht. Der Katamaran bringt die Gruppe von Nosy Be hinaus zu den Inseln von Mitsio und Radames, wo nicht der nächste Tagesausflugsanbieter den Tauchplatz füllt. Unter Wasser warten Korallengärten, Gorgonien, Haie, Schildkröten und die kleinen Tiere, für die man den Kopf nah an den Fels halten muss. An Bord sind auch Schnorchler und Nichttaucher willkommen. Das macht die Gros Plan interessant für Paare oder Freunde mit unterschiedlichem Tagesplan. Wer ein schwimmendes Resort mit viel anonymem Platz sucht, findet passendere Schiffe. Wer eine kleine Gruppe, persönliche Begleitung und abgelegene Ankerplätze sucht, ist hier näher am eigentlichen Sinn einer Tauchsafari.
An Bord gehen
Beim Anbordgehen wirkt die Gros Plan nicht wie ein umgebautes Frachtschiff, sondern wie ein Katamaran, der für mehrere Tage auf dem Wasser gedacht ist. Die Wege sind kurz: Salon, Außenbereich, Kabine und Tauchplatz liegen nah beieinander, und niemand muss für jede Kleinigkeit über mehrere Decks laufen. Vier Doppelkabinen mit eigenem Bad halten die private Seite der Reise klar vom gemeinsamen Leben getrennt. Bullaugen bringen Tageslicht in die Kabinen, während draußen die offene Fläche den Blick auf Ankerbuchten und Inseln freigibt. Der eigentliche Vorteil der Größe zeigt sich beim Tauchen: Die Gruppe bleibt überschaubar, das Beiboot muss keine halbe Bootsladung aussetzen, und die Abläufe lassen sich auf die Menschen an Bord abstimmen. Die Reise beginnt mit einer langen Überfahrt Richtung Radames. Danach wird aus dem Schiff für einige Tage ein kleiner Ausgangspunkt zwischen Inseln, Riffen und Dörfern.
Die Stimmung an Bord
Acht Gäste verändern den Ton an Bord. Nach dem ersten Briefing kennt der Guide die Namen, die Crew erkennt, wer morgens zuerst an Deck steht, und aus einer Tauchgruppe wird schnell eine kleine Reisegemeinschaft. Die Crew besteht aus Skipper, Matrose, Koch und Tauchlehrer; sie kommt aus Madagaskar und dem internationalen Umfeld des Betreibers. Französisch und Englisch werden gesprochen. Ihre Aufgabe zeigt sich weniger in großen Gesten als in den Wiederholungen des Tages: Boote vorbereiten, Gäste nach dem Tauchgang aufnehmen, Essen bereitstellen, auf Wetter und Ankerplatz achten. Abends bleibt man oft noch draußen sitzen, weil der nächste Ort nicht mehr angefahren werden muss. Die Bewertungen zeichnen dabei ein klares Bild: Crew und Verpflegung werden stärker wahrgenommen als das Schiff selbst. Das ist kein Makel, sondern eine brauchbare Entscheidungshilfe. Wer makellose Hardware sucht, sollte genauer hinsehen; wer gute Menschen an Bord höher bewertet, findet hier den stärkeren Teil der Reise.
Die Tauchplätze
Die Radames-Cruise startet und endet in Nosy Be und dauert sechs Tage und fünf Nächte. Geplant sind zehn Tauchgänge; das Programm führt über mehrere Stunden Navigation zu Nosy Iranja, Antanimora, Kalakajoro, Antsoha und Sakatia. Die einzelnen Tauchplätze werden wetterabhängig gewählt. Rund um Nosy Be reicht die Auswahl von flachen, anfängerfreundlichen Riffen bis zu deutlich tieferen Wänden und Blöcken. Manta Point endet bei maximal -22 m und ist der Platz für Mantarochen und Mobulas. Secondo Fratello Betalinjona reicht bis maximal -28 m und lebt von Formationen und versteckten Kleintieren. Primo Fratello Beangovo geht bis maximal -22 m; dort werden Weißspitzenhaie und seltene Muränen zwischen Korallen gesucht. Crab N/W erreicht maximal -28 m und wechselt zwischen flachen Bänken und tiefen Secs mit Gartenaalen. Nosy Fanihy bleibt bei maximal -15 m, Nosy Kibut bei maximal -20 m und Atnam bei maximal -43 m. Canyon führt bis maximal -40 m zwischen drei großen Korallenblöcken und riesigen Gorgonien. Banc des Gorgones bleibt bei maximal -19 m, Quattro Fratelli reicht bis maximal -30 m. Für die einzelnen Tage entscheidet die Crew nach Wetter und Seegang, welcher Platz sicher und sinnvoll ist.

Manta Point →
Max. Tiefe · 22 m

Secondo Fratello Betalinjona →
Max. Tiefe · 28 m

Primo Fratello Beangovo →
Max. Tiefe · 22 m

Crab N/W →
Max. Tiefe · 28 m

Nosy Fanihy →
Max. Tiefe · 15 m

Nosy Kibut →
Max. Tiefe · 20 m

Atnam →
Max. Tiefe · 43 m

Canyon →
Max. Tiefe · 40 m

Banc Des Gorgones →
Max. Tiefe · 19 m

Quattro Fratelli →
Max. Tiefe · 30 m
Was man unter Wasser trifft
Auf dieser Route begegnen einem an vielen Plätzen Meeresschildkröten, Zackenbarsche, Weißspitzen-Riffhaie, Leopardenhaie und Schwarzspitzen-Riffhaie. Nacktschnecken, Geisterfische, Feilenfische, Schnapper, Stachelmakrelen, Doktorfische und Riffbarsche halten die Suche auch dann interessant, wenn gerade kein großer Fisch vorbeizieht. Die Tiere liegen nicht einfach auf dem Präsentierteller. Wer langsam schaut, findet zwischen Korallen und Gorgonien oft das Kleine, während über dem Riff Schwärme und Makrelen vorbeiziehen können. Die besonderen Gründe für einzelne Abstecher sind klar verteilt: Mobulas werden nur für Manta Point genannt, der Walhai nur für Rosario Bank und der graue Riffhai nur für Canyon. Bei Crab N/W sucht man nach Gartenaalen, bei Primo Fratello Beangovo nach Anemonen und bei Quattro Fratelli nach Drückerfischen. Banc des Gorgones ist der einzige aufgeführte Platz für die Grüne Meeresschildkröte. Im Nosy Tanikely Marine Park können Delfine und Chromis dazukommen, während Nosy Fanihy der einzige gelistete Ort für Hartkorallen ist. Walhaie werden saisonal für die Region genannt, nicht als sichere Begegnung.
Die, die euch ins Wasser bringen
Ein privater Tauchguide ist im Reiseumfang enthalten. Die Begleitung erfolgt auf Französisch und Englisch; der Betreiber arbeitet mit ausgebildeten Tauchlehrern und bietet über sein ADIP-Zentrum Ausbildung vom Anfänger- bis zum fortgeschrittenen Niveau an. Die Radames-Reise selbst ist als geführte Tauchsafari mit zehn geplanten Tauchgängen angelegt. Ein vorgeschriebenes Mindestniveau oder eine geforderte Zahl vorheriger Tauchgänge wird nicht genannt. Deshalb sollte ein Anfänger seine Erfahrung ehrlich angeben, statt sich von der Liste der Plätze beeindrucken zu lassen. Die Briefings und die Einteilung der Tauchgruppen werden an Bord organisiert; ein festes Verhältnis von Guide zu Gästen ist nicht ausgewiesen. Für Notfälle sind Sauerstoff, Erste-Hilfe-Sets, Funk, Mobil- und Satellitentelefon sowie Rettungsmittel vorhanden. Die Crew ist in Erster Hilfe geschult. Ein Defibrillator oder ein eigenes Rückrufsystem werden nicht genannt. Das Umfeld an Land ist zusätzlich beruhigend: In Nosy Be befindet sich eine aktive Druckkammer in der Nähe des Tauchzentrums.
Das Tauchdeck und die Ausrüstung
Der Tauchbereich ist speziell für Safarireisen eingerichtet und bietet einen schattigen Platz zum Anrödeln. DIN-Adapter sind vorhanden. Für die Kameras gibt es eine getrennte Spülmöglichkeit, damit Salz und Sand nicht dort landen, wo die übrige Ausrüstung gespült wird. Nach dem Tauchgang stehen Außenduschen mit warmem Wasser zur Verfügung. Die Taucher werden mit Beibooten zu den Plätzen gebracht und nach dem Auftauchen wieder aufgenommen; wie viele Beiboote eingesetzt werden, ist nicht angegeben. Leihausrüstung kann organisiert werden, konkrete Marken werden nicht genannt. Das Tauchzentrum von Océane's Dream arbeitet mit Stahlflaschen von 12 Litern und verfügt über Nitrox; ob jede gewünschte Flasche und Nitrox für diese konkrete Ausfahrt an Bord bereitstehen, sollte vor der Abfahrt geklärt werden. Ein Kompressor, eine Füllanlage, Bojen, ein Fototisch und ein separates Kamerabecken werden nicht näher beschrieben. Für Taucher heißt das: Die wichtigen Grundfunktionen sind da, bei Spezialwünschen lohnt sich eine direkte Frage.
Zwischen zwei Tauchgängen
Zwischen den Tauchgängen gibt es auf der Gros Plan keinen Wellnessbetrieb, sondern Platz für einfache Dinge: im Schatten sitzen, auf der Terrasse trocknen, die Insel vom Deck aus beobachten oder die letzten Minuten des Tauchgangs im Logbuch festhalten. Während längerer Überfahrten verändert sich der Blick ständig. Auf der Radames-Route liegen mehrere Stunden Fahrt zwischen den Ankerplätzen, darunter die Strecke von Nosy Be nach Nosy Iranja und später der Wechsel nach Antanimora oder Kalakajoro. An Land stehen Inselbesuche, Spaziergänge und Begegnungen mit Bewohnern auf dem Programm. Ein Nachmittag ohne Tauchgang gehört damit nicht automatisch der Liege, sondern kann auch einer Bucht, einem Strand oder einem Dorf gehören. Wer lieber jede Pause mit einem weiteren Tauchgang füllt, sollte den Reiseplan genau mit der Crew besprechen. Das Schiff verbindet Tauchen mit Inseln, statt die Oberfläche nur als Wartezimmer zu benutzen.
Ein Tag an Bord
Der Tag beginnt mit dem Tauchbetrieb, nicht mit einem langen Frühstück. Nach dem ersten Briefing geht es in kleinen Gruppen mit dem Beiboot hinaus; am Vormittag sind auf der Radames-Route zwei Tauchgänge vorgesehen. Dazwischen bleibt Zeit zum Essen, Abspülen, Logbuchschreiben oder für einen Platz im Schatten. Danach fährt der Katamaran zum nächsten Ankerplatz, manchmal über mehrere Stunden. Diese Fahrten sind kein Lückenfüller: Sie bringen die Gruppe von Nosy Iranja nach Antanimora, weiter nach Kalakajoro oder später nach Sakatia und öffnen den Blick auf eine Küste, die man beim Tagesausflug nicht erreicht. Inselbesuche liegen zwischen den Tauchblöcken. An manchen Tagen wird zusätzlich ein Nachttauchgang angeboten. Am letzten Tag folgen morgens zwei weitere Tauchgänge, bevor die Rückfahrt nach Nosy Be und die Ausschiffung gegen 15 Uhr anstehen. Zehn geplante Tauchgänge verteilen sich damit auf fünf Tauchtage, ohne dass jede Stunde an Bord verplant ist.
Was man an Bord isst
Gegessen wird vollpensioniert an Bord, mit Wasser, Tee, Kaffee, Snacks und einer Küche, die lokale Gerichte einbezieht. Vegetarische und vegane Optionen sind vorgesehen. Nach dem ersten Tauchgang muss das Essen nicht lange gesucht werden: Die Mahlzeiten liegen dort, wo man ohnehin gerade aus dem Wasser kommt und die Ausrüstung ablegt. Ein Mittagessen kann draußen stattfinden, während der Katamaran weiterfährt oder bereits vor einer Insel liegt. Abends wird aus dem Essen mehr als eine Versorgungspause. Nach einem Tag mit Briefings, Abstiegen und Bootsfahrten sitzt die ganze Gruppe am selben Tisch, vergleicht Sichtungen und wartet vielleicht noch auf den nächsten Gang. Bier und Wein sind erhältlich, aber nicht Teil der inkludierten Getränke. Die Küche erreicht in den Bewertungen den stärksten Wert an Bord. Das passt zu einer Safari, auf der ein gutes Essen nach dem Tauchen nicht nebensächlich ist.
Die Nächte auf See
Die Nächte finden in Doppelkabinen mit eigenem Bad statt, nicht in einer anonymen Großkabine. Ein Bullauge lässt das Wasser draußen sichtbar bleiben, während der Katamaran vor einer Insel oder in einer geschützten Bucht liegt. Ventilatoren gehören zur Ausstattung; die Luft bleibt damit in der Kabine in Bewegung, auch wenn die Nacht warm ist. Wer nach mehreren Tauchgängen früh schlafen möchte, hat einen klaren Rückzugsort. Wer noch draußen sitzen will, wechselt einfach auf die Terrasse oder den Aussichtbereich. Die Gros Plan bietet dabei keine Hotelanlage mit endlosen Rückzugswinkeln. Man hört und sieht, dass man auf einem kleinen Schiff lebt. Genau das ist ihr Reiz, solange alle akzeptieren, dass gemeinsamer Raum und Rücksicht Teil der Reise sind.
Doppelkabinen
Was man vor dem Einsteigen wissen sollte
Die Radames-Cruise startet und endet in Nosy Be. Flughafentransfers und Hoteltransfers können organisiert werden, sind aber optionale Leistungen und nicht im Reisepaket enthalten. Da die Fahrt mit einer längeren Überfahrt beginnt, ist eine Anreise nach Nosy Be am Vortag sinnvoll. Die genauen Transferdetails sollten vor der Einschiffung direkt abgestimmt werden.
Decksplan
Was das Schiff für den Ozean tut
Océane's Dream arbeitet mit Madagascar Attitude an konkreten Naturschutzaktionen. Gäste können sich an Korallenrestauration, Strandreinigungen, der Wiederbepflanzung von Mangroven und der Bergung verlorener oder aufgegebener Fischernetze beteiligen. Dabei begleitet ein Meeresbiologe die Maßnahmen. Das Programm verbindet die Tauchreise mit Arbeit an den Lebensräumen, die unter Wasser gesehen werden. Eine konkrete Aussage zu Energieverbrauch, Abwasser, Plastikvermeidung oder einem besonderen Ankersystem des Katamarans liegt nicht vor.
- Baujahr
- 2015
- Länge
- 13,7 m
- Breite
- 6 m
- Maximale Passagierzahl
- 8
- Anzahl Kabinen
- 4
- Anzahl Badezimmer
- 4
- Motoren
- 2 × 40 PS
- Reisegeschwindigkeit
- 8 Knoten
- Webseite
- oceanesdream.com ↗
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