
Fakarava - O2 Fakarava
★ 4,8/5 (537 Bewertungen)
11 km entfernt Luftlinie
Fakarava · Französisch-Polynesien · Pazifik
Max. Tiefe · 30 mDie Passe de Garuae ist die breiteste Passage Französisch-Polynesiens und bietet ein dynamisches Taucherlebnis mit außergewöhnlicher Artenvielfalt und spektakulären Begegnungen mit Großfischen.
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Die Passe de Garuae, im Norden von Fakarava gelegen, ist mit 1.600 Metern Breite die größte Passagenöffnung Französisch-Polynesiens und erstreckt sich über etwa eine Meile. Das Tauchen hier ist ein Eintauchen in die pure Dynamik der Tuamotus, ein Nährboden für beeindruckendes marines Leben. Schon beim Abstieg spürt man die Kraft der Strömung, die diesen Ort zu einem Habitat für große Fischschwärme und pelagische Arten macht. Ein Tauchgang hier ist immer eine Expedition, bei der man das Gefühl hat, in die pulsierende Lebensader des Atolls einzutauchen.
Der Tauchgang beginnt oft vor der eigentlichen Passage an der äußeren Riffkante, wo die offene See auf den Pass trifft. Hier kann man sich auf unerwartete Begegnungen einstellen, da riesige Exemplare der Meeresfauna jederzeit aus dem azurblauen Wasser auftauchen können. Die einströmende Gezeitenströmung trägt Taucher ins Innere des Atolls. Diese Drift erfordert Aufmerksamkeit und belohnt mit einer einzigartigen Dynamik, während man entlang einer submarinen Kante gleitet, einer Art 'Stufe', wo das Riff abrupt bis zu 30 Meter abfällt.
Auf diesem Unterwasser-Plateau entfaltet sich das Hauptspektakel: Man sieht große Schulen von Barrakudas und Thunfischen, die die Strömung nutzen. Graue Riffhaie (Carcharhinus amblyrhynchos) und Weißspitzen-Riffhaie sind ständige Begleiter, oft in beeindruckender Anzahl. Ihre Dichte lässt einen sich inmitten ihres Jagdreviers wiederfinden, und die Topographie des Plateaus schafft ideale Bedingungen für die Ansammlung dieser Raubfische. Diese Haie patrouillieren in Dutzenden an der Eingangspassage und erzeugen ein faszinierendes Panorama aus Bewegung und Farben inmitten der Fischschwärme.
Der Tauchgang führt weiter in das Atoll hinein, wo die Strömung sanfter wird. Hier entfalten sich farbenprächtige Korallengärten, bevölkert von unzähligen Rifffischen. Zwischen Canyons und Überhängen des Riffs findet man Schwärme von Perches und Priacanthen. Auch große Napoleonfische nutzen diese Reviere und gleiten oft neugierig vorbei.
Ein Höhepunkt ist der Bereich von Ali Baba, der auch als "Canyon d'Ali Baba" bekannt ist. Dies ist ein geschütztes 'Aquarium' im Lagunenbereich, ein Refugium, in dem sich Fischschwärme vor den stärksten Turbulenzen der Strömung sammeln. Hier, abseits der stärksten Strömung, wimmelt es von Leben. Man begegnet weiterhin Rifffischen sowie einer enormen Vielfalt an anderen tropischen Fischen. Dieser Bereich bietet eine Konzentration von Arten, die nach dem Adrenalin der Strömungspassage als wohltuend empfunden wird.
Die angrenzenden Außenriffe, Ohotu und Maiuru, bieten bei passenden Bedingungen ein anderes Taucherlebnis. An den Steilwänden dieser Außenriffe, die dem offenen Ozean zugewandt sind, findet man neben den bekannten Haien und großen Schwärmen von Barrakudas. Gelegentlich können Mantarochen oder Delfine gesichtet werden, die an diesen reichhaltigen Fischgründen nach Nahrung suchen.
Für Taucher, die die extreme Strömung meiden möchten, bietet die Garuae Passe auch Optionen im Lagunenbereich. Hier findet man geschützte und ruhigere Korallengärten, die sich durch ihre Vielfalt und Farbenpracht auszeichnen. Diese Bereiche sind eine ideale Ergänzung zu den Herausforderungen der Passe und können ohne starke Strömung erkundet werden.
Die Passe de Garuae ist ein Tauchplatz für Fortgeschrittene und erfordert aufgrund der teils starken Strömung signifikante Erfahrung. Ein Mindestniveau von 50 geloggten Tauchgängen wird empfohlen, da die Strömung sportlich sein kann und erfahrene Taucher bevorzugt werden. Ein Advanced Open Water Zertifikat oder höher ist für Tauchgänge bis 30 Meter erforderlich. Die maximale Tauchtiefe beträgt 30 Meter, wobei Tauchgänge typischerweise in Tiefen von 15 bis 21 Metern durchgeführt werden. Es ist entscheidend, dass man seine Tarierung perfekt beherrscht und sich sicher in bewegtem Wasser fühlt. Die Passe de Garuae wird ausschließlich bei einlaufender Strömung oder bei vollständiger Ebbe bzw. Flut getaucht, wenn die Strömung am geringsten ist. Die Tauchgänge werden aus Sicherheitsgründen und für eine optimale Sicht in der Regel bei Ebbe oder bei einlaufender Strömung geplant, je nach Gezeiten und den individuellen Fähigkeiten der Taucher. Die Pässe von Fakarava sind dabei generell für ihre Strömungen bekannt, wobei die Passe de Garuae die stärksten aufweist.