
Tiki Dive
★ 4,9/5 (261 Bewertungen)
5,9 km entfernt Luftlinie
Cavalaire-sur-Mer · Frankreich · Mittelmeer
Max. Tiefe · 40 mTauche ein in die Geschichte und erkunde das stählerne Skelett des Torpedobootzerstörers L’Espingole, versunken auf 38 Metern im Mittelmeer.
Für Untertitel auf Deutsch: starten Sie zuerst das Videoklicken Sie dann auf das Zahnradoben rechts im Video, wählen Sie „Untertitel“, dann „Automatisch übersetzen“ und schließlich „Deutsch“.
Das Wrack der L’Espingole, ein 56 Meter langer Torpedobootzerstörer, liegt in der Bucht von Cavalaire, unweit des Cap Lardier. Dieses Schiff lief im Jahr 1900 im Hafen von Le Havre vom Stapel und hatte eine Verdrängung von 330 Tonnen. Seine Geschichte endete am 4. Februar 1903, als es mit hoher Geschwindigkeit das „Petit Sec“ des Cap Lardier traf und auf Grund lief.
Der Untergang der L’Espingole erfolgte nicht direkt an der Unglücksstelle, sondern während des Abschleppvorgangs. Die Schleppleinen rissen, und das Schiff sank schließlich auf dem Weg zur Pointe Andati auf etwa 40 Meter Tiefe. Heute ruht das Wrack auf einem sandigen Grund und ist eine eindrucksvolle Silhouette, die einem entbeinten Insekt ähnelt, mit weiten stählernen Überresten.
Der Tauchgang beginnt mit dem Abstieg zum Wrack, das sich von 34 bis 39 Meter erstreckt. Schon beim Erreichen der Deckhöhe, die bei etwa 34 Metern liegt, offenbart sich die Größe des Wracks. Die Struktur des Schiffs, obwohl durch die Zeit gezeichnet, bietet immer noch die Möglichkeit, die ehemaligen Decks und den Rumpf zu überblicken, was einen guten ersten Eindruck der Ausmaße vermittelt.
Beim Erkunden kannst du die Maschinenräume und andere Kompartimente betreten, solange du die nötige Ausbildung und Erfahrung für das Penetrieren von Wracks mitbringst. Das Innere des Torpedobootzerstörers bietet eine einzigartige Atmosphäre, geprägt vom Wechselspiel aus Licht und Schatten, während du dich durch die Gänge bewegst. Achte dabei stets auf eine präzise Tarierung, um Sedimentaufwirbelungen zu vermeiden und die Sicht für dich und deine Buddy zu erhalten.
Die L’Espingole ist nicht nur ein Denkmal der Seefahrt, sondern auch ein vitales künstliches Riff. Sie bildet einen wichtigen Unterschlupf für eine Vielzahl von Meeresbewohnern. Insbesondere Muränen (Muraena helena) und Conger (Conger conger) haben hier ihr Zuhause gefunden, die oft in den Ritzen und Spalten der Wrackteile zu finden sind und geduldig auf ihre Beute warten.
Ebenso triffst du auf prächtige Purpurschwämme, die sich an vielen Stellen der Metallkonstruktion festgesetzt haben und ihr leuchtende Farbakzente verleihen. Mit etwas Glück lassen sich auch größere Fische wie Zackenbarsche (Epinephelus marginatus) beobachten, die die schützenden Strukturen des Wracks als Versteck oder Jagdrevier nutzen. Auch Hummer finden hier ihren sicheren Unterschlupf.
Eine Besonderheit des Wracks sind die nicht neutralisierten Granaten, die im Sand unterhalb der L’Espingole liegen. Diese Überreste vergangener Zeiten sind ein wichtiger Hinweis auf die Geschichte des Schiffes, sollten aber als gefährlich betrachtet und keinesfalls berührt werden. Bleibe immer aufmerksam und respektiere die potenziellen Gefahren, die von solchen Funden ausgehen können.
Die L’Espingole liegt in einem vom Ostwind geschützten Bereich, was meist geringe Strömungen bedeutet und dadurch die Erkundung erleichtert. Dennoch ist der Tauchgang aufgrund seiner Tiefe und der komplexen Struktur des Wracks anspruchsvoll. Die Stille unter Wasser, nur unterbrochen vom eigenen Atem, verstärkt das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen, während du dieses beeindruckende stählerne Gerippe erkundest.
Der Tauchgang zur L’Espingole erfolgt in Tiefen von 34 bis 39 Metern und erfordert mindestens ein PADI Advanced Open Water Diver Niveau oder ein vergleichbares Brevet wie das Level 2 des französischen Systems. Ein gewisses Maß an Erfahrung ist für die sichere Erkundung dieses Wracks ebenso entscheidend, mit typischerweise mindestens 50 geloggten Tauchgängen, um die Bedingungen in dieser Tiefe souverän zu meistern. Die Strömungsverhältnisse sind an diesem geschützten Standort meist gering oder gar nicht vorhanden, was den Tauchgang angenehm macht. Die beste Periode für einen Tauchgang ist in den Monaten Juli, August und September, wenn die Bedingungen am stabilsten sind.