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Frankreich · Mittelmeer

Tauchen Marseille: Felswände, Grotten und Mittelmeerwracks

Zwischen den Felswänden des Parc National des Calanques, dem Wrack Le Dalton und Tunneln bis 54 Meter zeigt Marseille die ganze Tiefe des Mittelmeers.

Was dieses Reiseziel besonders macht

  • Le Dalton am Île du Planier, Wracktauchen bis 33 Meter
  • Le Junker, ein intakter Bomber in 50 bis 54 Metern
  • Tunnel De La Moyade mit Canyon und Naturtunnel
  • Gorgonien, Rote Koralle und Muränen an steilen Felswänden
  • Parc National des Calanques mit Grotten und Posidonia-Rasen
  • Barrakudenschwärme im Sommer rund um die Inseln
  • Mai, Juni und September mit weniger Hafenbetrieb

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Überblick

Am Tunnel De La Moyade führen ein felsiges Plateau, ein Canyon und ein natürlicher Tunnel durch das Relief vor Marseille. Die Stadt ist eine mediterrane Tauchbasis für tägliche Bootsausfahrten zu den Frioul-Inseln, den Calanques und exponierteren Plätzen im Golf von Marseille. Unter Wasser wechseln sich Felswände, Grotten, Gorgonien und Wracks ab. An Land bleibt Marseille eine richtige Stadt mit Hafen, Altstadt und Küstenwegen – ein Vorteil für mitreisende Nichttaucher.

Tauchen vor Ort

Die Tauchgänge leben vom felsigen Relief: Steilwände, Geröllfelder, Spalten, Kavernen und Durchgänge prägen Plätze wie die Tunnels Et Failles Du Tiboulen De Maire. An der Grotte A Corail führen zwei Eingänge in eine flache Unterwasserhöhle; am Le Latécoère liegen Wrackteile an einer Felswand mit weiteren Durchgängen. Dazu kommen Schiffswracks auf Sandgrund, etwa Le Saint-Dominique in 25 bis 33 Metern oder Le Dalton zwischen 15 und 33 Metern. Die Strömung ist variabel und hängt stark von Wetter, Exposition und Platz ab. Dünung kann an Tunneleingängen auftreten, während geschützte Bereiche meist ruhiger bleiben. Die Sicht ist nicht pauschal für ganz Marseille planbar und sollte vom jeweiligen Zentrum und der Tageslage eingeschätzt werden. Gefahren wird überwiegend morgens mit dem Boot, nicht als klassischer Tauchgang vom Strand.

Drei unverzichtbare Tauchgänge

Die Unterwasserwelt

In den Felsverstecken und an den Wrackstrukturen begegnen Tauchern Meeraal, Muräne, Drachenkopf, Languste und Zackenbarsch. Zwischen den Felsen ziehen Meerbrassen und Riffbarsch vorbei; an den Wänden sitzen Gorgonien und Rote Koralle. Wer langsam über Geröll, Sandgrund und durch die geschützten Spalten taucht, entdeckt außerdem Nacktkiemer, Kalmar und Mönchsfisch. Der Mérou brun, hier als Zackenbarsch geführt, und der Corb gehören zur ganzjährigen Fauna. Der Große Barrakuda wird vor allem im Sommer genannt. Die Tierbeobachtung hängt dennoch stärker von Platz, Tiefe und ruhiger Tarierung ab als von einer sicheren Sichtung. An Pierre A Joseph liegt der Schwerpunkt auf flacherem Felsrelief und Fischschwärmen, während tiefere Wracks und Wände andere Beobachtungen ermöglichen.

Mögliche Begegnungen unter Wasser

Beste Reisezeit

Die Messwerte ordnen die ruhigste See und die beste Tauchperiode von April bis September ein; von April bis August fällt außerdem am wenigsten Regen. Für einen Aufenthalt sind Mai und Juni sowie September besonders ausgewogen, weil die Bedingungen meist gut nutzbar sind und der sommerliche Andrang im Hafen noch nicht beziehungsweise nicht mehr voll einsetzt. Juli und August bringen mehr Verkehr an den Abfahrtsorten und rund um die Inseln. Oktober kann sich als ruhigere Reisezeit eignen, verlangt aber mehr Spielraum für die Wetterplanung. Wer Barrakudas sehen möchte, legt den Schwerpunkt auf den Sommer, muss dann jedoch die volleren Boote und die aufwendigere Hafenlogistik einkalkulieren.

Erforderliches Niveau

Marseille passt zu allen Erfahrungsstufen, sofern der konkrete Platz dazu gewählt wird. Ab Open Water sind flachere Bereiche wie Pierre A Joseph oder bestimmte Abschnitte am Tunnel De La Moyade möglich. Für Le Saint-Dominique, tiefere Wrackteile der Dalton und Plätze wie Soldat sind Advanced Open Water, CMAS-Niveau 2 oder eine vergleichbare Qualifikation sinnvoll. Für Wracks hilft eine entsprechende Spezialausbildung; Nitrox kann bei mehreren Bootstagen praktisch sein. Tiefe, Strömung und Höhlen- beziehungsweise Tunnelerfahrung müssen vor jeder Ausfahrt zum tatsächlichen Profil passen.

Vor Ort

Von Frankfurt, München oder Düsseldorf führt der Weg per Flug nach Marseille; die Anreise dauert aus Westeuropa je nach Startort und Umsteigeverbindung ungefähr zwei bis fünf Stunden von Tür zu Tür. Nach der Ankunft geht es nicht direkt in ein Resort, sondern weiter zu einem städtischen Hafen oder einem anderen Abfahrtsort des gebuchten Zentrums. Die Tauchplätze liegen überwiegend vor der Küste, bei den Inseln und an den Calanques, deshalb ist das Boot der entscheidende Teil der Logistik. Für die letzten Wege kommen je nach Viertel Fußweg, Tram, Bus oder Taxi infrage. Gerade bei frühen Ausfahrten sollte ausreichend Zeit für den Weg zum Hafen eingeplant werden, da Verkehr, Parken und die Orientierung an großen Hafenanlagen die Anreise verlängern können.

Tipps von Ortskundigen

Marseille sollte nicht als Ziel für spontane Strandtauchgänge geplant werden: Die interessanten Plätze werden überwiegend per Boot erreicht, und der genaue Abfahrtsort ist Teil der Tagesplanung. Für die erste Ausfahrt lohnt sich ein früher Termin, weil der Seegang dann häufig günstiger ist und im Sommer weniger Verkehr mit Ausflugs- und Freizeitbooten zusammenfällt. Die Ankunft am Hafen sollte mit Reserve erfolgen. Vor allem bei einem kurzen Aufenthalt darf nicht nur „Marseille“ auf dem Programm stehen; Le Saint-Dominique, Le Dalton, Le Junker oder eine Höhle verlangen sehr unterschiedliche Tiefen, Expositionen und Qualifikationen. Für Wracks ist deshalb vorab zu klären, ob das Brevet wirklich zum geplanten Profil passt. Wer mehrere Tage taucht, nimmt sein bewährtes Komfortzubehör mit. Im Parc National des Calanques bleiben Ankerplätze, Felsgrund und Tiere tabu: nicht ankern, nichts entnehmen und den Grund nicht berühren. Ein wetterbedingter freier Tag ist bei vier bis sechs Tagen Aufenthalt sinnvoller als eine zu enge Folge von Ausfahrten.

Den Aufenthalt planen

Vier bis sechs Tage an Land geben genügend Raum für mehrere Bootstage und einen Puffer bei wechselndem Wetter. Die Unterkunft liegt je nach Viertel zu Fuß, per Tram, Bus oder Taxi vom Abfahrtsort entfernt. So lässt sich ein Tag mit Wrack und Tiefe mit einem anderen an flacherem Felsrelief kombinieren. Für Nichttaucher bieten sich die Calanques, das felsige Ufer, die Altstadt und eine Fahrt zu den Frioul-Inseln an. Marseille funktioniert damit als gemeinsamer Stadt- und Tauchaufenthalt, nicht als abgeschottete Resortreise.

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Bewertungen erhoben von Viator und Tripadvisor.

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