Tauchsafaris · Thailand
Giamani – kleines Holzschiff für große Andamanensee-Routen
Was dieses Schiff einzigartig macht
- Die Giamani nimmt höchstens zehn Taucher auf und hält die Tauchgruppen mit einem Verhältnis von maximal 5:1 klein.
- Das Holzschiff verbindet die südliche und nördliche Andamanensee, von Phi Phi und Hin Daeng bis zu Similan, Koh Bon, Koh Tachai und Richelieu Rock.
- Auf dem geräumigen Tauchdeck gibt es einen Kameratisch, getrennte Spülbecken und warme Duschen.
- Fünf klimatisierte Kabinen mit eigenem Bad, Minikühlschrank und unabhängig regelbarer Klimaanlage bieten mehr Ruhe als ein typisches Großboot.
Die Einladung
Die Giamani ist für Taucher interessant, die kein schwimmendes Hotel mit hundert Gästen suchen, sondern ein kleines Boot mit kurzen Wegen und viel Zeit im Wasser. Zehn Taucher an Bord verändern eine Safari: Die Gruppen bleiben überschaubar, die Guides kennen ihre Leute, und auf dem Tauchdeck entsteht kein Gedränge beim Anrödeln. Dazu kommt eine ungewöhnlich breite Auswahl an Routen. Im Süden liegen Koh Haa, Hin Daeng, Hin Muang, Phi Phi und Racha; im Norden warten Similan, Koh Bon, Koh Tachai und Richelieu Rock. Wer mehrere Tage bleibt, kann diese Gegensätze verbinden. Die Giamani passt zu Tauchern, die vier Tauchgänge am Tag nicht als Programmpunkt, sondern als eigentlichen Grund der Reise sehen. Abends geht es nicht um große Unterhaltung, sondern um Essen, Bilder, Bücher und Gespräche über den letzten Tauchgang.
An Bord gehen
Beim Ankommen wirkt die Giamani wie das, was sie ist: ein hölzernes Tauchsafarischiff mit Geschichte, kein neuer Stahlkörper aus einer Werftserie. Sie wurde 1998 als Tauchboot gebaut und 2013 renoviert. Das Holz gibt dem Schiff Wärme und eine andere Akustik als ein moderner Katamaran; Motoren, Wasser und Schritte gehören hörbar zum Bordleben. Die Wege sind kurz, und nach dem ersten Rundgang weiß man, wo Flaschen, Handtücher, Kameras und die eigene Kabine hingehören. Im klimatisierten Salon sitzt man innen geschützt, während der offene Bereich zum Essen und Zusammensitzen nach draußen führt. Das Schiff ist auf Gruppen und private Charter ausgelegt. Wer viel Platz wie auf einem großen Schiff erwartet, sucht hier am falschen Ort. Wer ein Boot möchte, auf dem sich die Namen der Mitreisenden schnell einprägen, findet genau das.
Die Stimmung an Bord
Die Giamani lebt von der kleinen Gruppe. Mit höchstens zehn Tauchern kennt man sich schnell, und aus zufälligen Kabinennachbarn werden am zweiten oder dritten Tag meist feste Tisch- und Tauchpartner. Die Crew bleibt dabei nah am Tagesablauf: Sie hilft beim Anrödeln, nimmt Ausrüstung ab, hält das Tauchdeck in Ordnung und sorgt dafür, dass die nächste Gruppe bereit ist, ohne Hektik zu erzeugen. Die Abende sind eher gemeinschaftlich als laut. Im offenen Salon wird gegessen und erzählt, im klimatisierten Salon laufen Filme oder Tagesbilder, und irgendwo liegt ein Buch über die nächste Region. Die Giamani ist kein Schiff für Menschen, die an Bord möglichst unsichtbar bleiben möchten. Dafür ist sie zu klein. Wer sich auf die Gruppe einlässt, bekommt die persönliche Seite einer Safari: Man weiß, wer welchen Fisch sucht, wer früh schlafen geht und wer nach dem Abendessen noch über den letzten Tauchgang spricht.
Die Tauchplätze
Die Routen der Giamani reichen von kurzen Safaris im Süden bis zu mehrtägigen Fahrten durch die nördliche Andamanensee. Eine 2-Tage-/2-Nacht-Tour verbindet Koh Haa, Hin Daeng, Hin Muang, Phi Phi, Shark Point und Koh Doc Mai. Die 4-Tage-/4-Nacht-Route führt über die Similan-Inseln, Koh Bon, Koh Tachai und Richelieu Rock und umfasst 14 Tauchgänge. Eine längere Kombination verbindet südliche und nördliche Plätze; eine 7-Tage-/7-Nacht-Route kommt auf 24 Tauchgänge. Die Plätze wechseln ihren Charakter deutlich: Granitblöcke und Riffe prägen Similan, die exponierten Pinnacles von Koh Bon und Koh Tachai können Strömung bringen, und Richelieu Rock lebt von seiner Struktur und dem Fischaufkommen. Bei Phi Phi wartet mit der Klad Kaew ein zugängliches Wrack. Die Aufbauten beginnen bei 14 Metern, der Sandboden liegt auf 27 Metern. Dort geht es um Stahl, Schwärme und Makrotiere zugleich.
Was man unter Wasser trifft
Die Andamanensee bietet auf dieser Route beides: große Begegnungen an exponierten Plätzen und kleine Tiere, die erst beim langsamen Blick über Korallen und Metall auffallen. An den Riffen können Schwärme, Skorpionfische, Feuerfische, Muränen, Nacktschnecken und viele bunte Riffbewohner auftauchen; an sandigen Stellen werden Leopardenhaie genannt. Koh Bida Nok bei Phi Phi ist für mögliche Begegnungen mit Schwarzspitzen-Riffhaien bekannt, besonders wenn der Platz früh am Tag noch ruhig ist. Hin Bida und Hin Klai werden mit Leopardenhaien verbunden. Koh Bon und Racha Noi South Tip ziehen wegen ihrer Lage im offenen Wasser und der Strömung gelegentlich große Tiere an; dort gehören Mantarochen zu den erhofften Begegnungen, nicht zu einer Zusage. An der Klad Kaew sammeln sich Gelbschnapper, während Jacks die Schwärme verfolgen. Wer näher hinsieht, findet Skorpionfische und Nacktschnecken auf dem Wrack.
Die, die euch ins Wasser bringen
Die Tauchgruppen werden mit maximal fünf Tauchern pro Guide organisiert. An Bord arbeiten internationale Tauchlehrer und Guides; gesprochen werden Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Ukrainisch und Thai. Zum festen Team gehören unter anderem Cruise Director, Tauchlehrer und Guides, Kapitän, Ingenieur, Deckhand, Koch, Hostess und ein lizenzierter thailändischer Tour Guide. Die Briefings führen in den Platz, die geplante Route und die Bedingungen ein, bevor die Gruppen nacheinander ins Wasser gehen. Die Crew ist auf Freizeit- und Ausbildungstauchgänge eingestellt: PADI Open Water, Advanced Open Water, Nitrox sowie Spezialkurse für Wrack- und Tieftauchen können mit der Safari verbunden werden. Der Open-Water-Kurs führt bis 18 Meter, der Advanced-Kurs bis 30 Meter und der Deep-Diver-Kurs bis 40 Meter. Für die allgemeine Sicherheit wird eine vollständige Sicherheitsausstattung angegeben; einzelne Geräte werden nicht näher beschrieben.
Das Tauchdeck und die Ausrüstung
Das Tauchdeck ist auf wiederholte Tauchgänge und auf Fotografen ausgelegt. Es gibt einen großen Kameratisch, ein eigenes Spülbecken für Unterwasserkameras, weitere Spülmöglichkeiten, Ladestationen und warme Duschen nach dem Tauchgang. Gefüllt wird mit zwei Bauer-Mariner-Kompressoren. Nitrox ist bis zu einem Sauerstoffanteil von 36 Prozent verfügbar, gegen Aufpreis. Leihausrüstung stammt von Aqualung; Standard- und Premium-Sets stehen zur Auswahl, außerdem einzelne Ausrüstungsteile und 15-Liter-Flaschen gegen Aufpreis. DIN-Adapter sind vorhanden. Rebreather-Unterstützung wird angeboten, technisches Tauchen ist jedoch nicht der Schwerpunkt des Schiffs. Für die Tauchgänge steht ein Beiboot mit 3,80 Metern Länge und 20-PS-Motor zur Verfügung. Es bringt die Taucher zum Wasser und nimmt sie nach dem Auftauchen wieder auf. Das trennt das eigentliche Tauchdeck vom Einstiegspunkt und erleichtert Sprünge bei Strömung oder an weitläufigen Plätzen.
Zwischen zwei Tauchgängen
Zwischen den Tauchgängen verteilt sich das Leben auf mehrere ruhige Ecken. Der offene Aufenthalts- und Essbereich ist der Platz für Schatten, Essen und Gespräche; auf dem Sonnendeck liegen Liegen für die, die nach dem Tauchgang Wärme suchen. Im klimatisierten Salon kann man sich zurückziehen, einen Film sehen, die Bilder des Tages prüfen oder in der Bibliothek über Meeresleben nachlesen. Während der Fahrt wird aus dem Tauchdeck ein Warteplatz: Anzüge trocknen, Kameras werden gespült und Akkus geladen, während draußen die Küste oder das offene Wasser vorbeizieht. Ein Nachmittag ohne Tauchgang ist kein festes Versprechen der Route, aber das Schiff bietet dafür Raum, ohne dass man sich in eine Lobby zurückziehen muss. Die Pausen bleiben einfach. Genau das tut nach mehreren Tauchgängen gut.
Ein Tag an Bord
Der Tag beginnt auf den längeren Routen mit dem Weckruf um 06:30 Uhr und einem kleinen Frühstück, bevor um 07:30 Uhr der erste Tauchgang folgt. Danach liegen Frühstück, Briefing und die nächste Ausfahrt dicht beieinander. Auf der 4-Tage-/4-Nacht-Route folgen weitere Tauchgänge um 11:00, 14:30 und 17:30 Uhr; dazwischen liegen Mittagessen, Snack, Fahrzeit und die kurzen Wege zurück zum Tauchdeck. Die Route kommt so auf vier Tauchgänge an den vollen Tauchtagen und auf 14 Tauchgänge insgesamt. Auf der längeren 7-Tage-/7-Nacht-Variante steht zusätzlich ein Nachttauchgang am frühen Abend im Ablauf. Danach fährt das Schiff weiter oder bleibt über Nacht am Platz. Am letzten Tag gibt es noch einen frühen Tauchgang, Frühstück und die Rückfahrt zum Hafen. Es ist ein dichter Rhythmus, aber keiner, der die Pausen versteckt: Essen und Erholung liegen genau dort, wo der nächste Tauchgang sie zulässt.
Was man an Bord isst
Gegessen wird als Buffet auf dem Hauptdeck. Die Küche verbindet thailändische Gerichte mit internationaler und westlicher Küche, dazu kommen Softdrinks, Kaffee, Tee, Fruchtsaft, Obst und Snacks über den Tag. Nach dem ersten Tauchgang steht ein leichtes Frühstück bereit, später folgen die größeren Mahlzeiten zwischen den Tauchgängen. Das passt zum Bordalltag besser als ein festes Restaurant: Man nimmt sich, was man braucht, isst ohne lange Wartezeit und ist rechtzeitig wieder beim Briefing. Die Küche kann auf Ernährungswünsche eingehen, wenn sie vorher bekannt sind. Auf einer Safari mit vielen Tauchgängen ist der Esstisch kein Nebenschauplatz. Dort werden die Sicht, die Strömung und die auffälligen Tiere des letzten Tauchgangs besprochen, während bereits jemand die nächste Portion Reis oder Curry holt.
Die Nächte auf See
Die fünf Kabinen sind als Master Cabin und Deluxe Cabins ausgeführt. Die Master Cabin liegt auf dem Oberdeck und hat ein Doppelbett, ein zusätzliches Sofa-Bett, Minikühlschrank und eigenes Bad; die Tür führt vom Salon hinein. Die vier Deluxe Cabins liegen auf dem Hauptdeck, ebenfalls mit Doppelbett, zusätzlicher Schlafmöglichkeit, eigenem Bad und Minikühlschrank. Jede Kabine hat eine unabhängig regelbare Klimaanlage. Das ist in den Tropen mehr als ein Komfortdetail: Nach vier Tauchgängen entscheidet eine verlässlich kühle, ruhige Kabine darüber, ob man wirklich schläft. Die Kabinentüren der Deluxe Cabins öffnen zur See. Draußen hört man das Schiff arbeiten, drinnen bleibt man vom feuchten Klima geschützt. Für lange Nächte gibt es keinen Luxus im Hotel-Sinn, sondern das, was Taucher brauchen: Dusche, Dunkelheit, Klimaanlage und einen Platz, an dem die Ausrüstung nicht im Weg liegt.
Deluxe-Kabine
Master-Kabine
Was man vor dem Einsteigen wissen sollte
Die südlichen Safaris starten in Chalong Bay auf Phuket. Die nördliche 4-Tage-/4-Nacht-Route beginnt am Pier von Tab Lamu bei Khao Lak; die längere Similan-Surin-Route fährt ebenfalls ab Chalong Bay. Transfers von beziehungsweise zu Hotel oder Flughafen sind auf Anfrage möglich. Für die Einschiffung ist es sinnvoll, einen Tag vorher anzureisen, besonders wenn Flug, Transfer und Abfahrt am selben Tag voneinander abhängen.
- Baujahr
- 1998
- Jahr der Renovierung
- 2013
- Länge
- 24 m
- Breite
- 6,5 m
- Maximale Passagierzahl
- 10
- Anzahl Kabinen
- 5
- Motoren
- 2 × NISSAN mit 230 PS
- Beiboote
- 1 × 3,8 m 20 PS
- Webseite
- mvgiamani.com ↗
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