Tauchsafaris · Ägypten
Snefrо Target: Wracks, Strömung und die großen Riffe des Sinai
Was dieses Schiff einzigartig macht
- Die Snefro Target fährt die Sinai Classic ab Sharm El Sheikh mit sieben Nächten an Bord.
- Die Route verbindet Thistlegorm, Rosalie Moller, die Straße von Tiran, Ras Mohamed und die Riffe vor Sharm El Sheikh.
- Nitrox ist im Tauchpaket enthalten; die Tauchplattform arbeitet mit zwei Zodiacs.
- Die Küche erreicht in den Bewertungen 9,6 Punkte, das Tauchen 9,3 und die Crew 8,8.
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Die Einladung
Die Snefro Target passt zu Tauchern, die im Norden des Roten Meeres nicht zwischen Wracks und Riffen wählen wollen. Auf einer Sinai Classic liegen die Thistlegorm, die Rosalie Moller, Abu Nuhas, die Straße von Tiran und Ras Mohamed auf derselben Reise. Das ist eine Route für lange Tage unter Wasser: historische Schiffe im Gubal-Gebiet, Steilwände mit Strömung und die Korallengärten vor Sharm El Sheikh. Die Crew wird vor allem für ihre Hilfsbereitschaft und die gute Organisation geschätzt, während das Essen auffallend stark bewertet wird. Wer ein Schiff sucht, das Tauchplätze in den Mittelpunkt stellt und trotzdem klimatisierte Kabinen, warme Duschen und Rückzugsorte bietet, findet hier einen klaren Charakter. Wer dagegen maximale Abgeschiedenheit oder ein kleines Expeditionsschiff erwartet, sollte die Größe der Flotte und die bekannten Klassiker der Route einordnen können.
An Bord gehen
Beim Ankommen ist die Snefro Target vor allem als Arbeitsplattform für eine Tauchwoche zu lesen, nicht als schwimmendes Hotel mit gelegentlichem Tauchbetrieb. Der Zugang führt schnell dorthin, wo die Reise ihren Zweck erfüllt: zur Tauchplattform, zu den Zodiacs und zu den Flaschen. Innen gibt es einen klimatisierten Salon, außen mehrere Bereiche für Sonne und Schatten. Die Wege bleiben überschaubar, obwohl das Schiff genug Raum für eine volle Safari bietet. Nach der Renovierung wirkt die Aufteilung auf Alltag ausgelegt: essen, Briefing, ausrüsten, ins Wasser und wieder zurück, ohne dass jeder Handgriff durch enge Durchgänge führt. Am zweiten Tag kennt man die Gesichter, die morgens neben einem am Deck stehen. Das ist der praktische Vorteil einer festen Tauchgruppe.
Die Stimmung an Bord
Die Stimmung an Bord lebt von einer Crew, die nicht nur bedient, sondern den Tauchalltag praktisch mitträgt. Rückkehrende Gäste beschreiben sie als freundlich, professionell und aufmerksam; besonders häufig fällt auf, dass Hilfe angeboten wird, bevor daraus ein Problem wird. Das zeigt sich an den kleinen Übergängen: beim Verstauen der Ausrüstung, beim Essen nach dem Tauchgang und beim Wechsel vom Zodiac auf die Plattform. Mit bis zu zwanzig Gästen bleibt die Gruppe groß genug für unterschiedliche Interessen, aber klein genug, dass man sich nach wenigen Tagen wiedererkennt. Abends braucht diese Reise kein festes Unterhaltungsprogramm. Man sitzt zusammen, spricht über die Sichtweite oder die Strömung und lässt den Tag auslaufen. Wer eine lockere, gut organisierte Safari sucht, bekommt hier eher verlässliche Nähe als formelle Distanz.
Die Tauchplätze
Die Sinai Classic dauert sieben Nächte und führt von Sharm El Sheikh zurück nach Sharm El Sheikh. Ihr Reiz liegt in der Spannweite der Plätze. An Ulysses geht es um ein historisches Wrack bis maximal -27 m; die Rosalie Moller liegt im Gubal-Kanal zwischen 30 und 50 m und richtet sich an erfahrene Wracktaucher, die Barrakudas, Thunfische, Stachelmakrelen und Glasfisch suchen. Thistlegorm ist eine Unterwasser-Zeitkapsel bis maximal -32 m, heute bewachsen und von Schwärmen, großen Zackenbarschen und Fledermausfischen umgeben. In der Straße von Gubal führen Strömungen zu Wracks und Riffen bis maximal -50 m. Ras Nasrani fällt bis maximal -60 m ab und verbindet Korallengärten mit der Chance auf pelagische Tiere. Thomas Reef reicht bis maximal -90 m; dort zählen die senkrechten Wände, Gorgonien und die Strömung. Dazu kommen Rocky Island, Abu Nuhas, Tower, Woodhouse Reef, Gordon Reef, Ras Bob, Far Garden und Near Garden. Die Tiefen und Anforderungen unterscheiden sich deutlich.
Was man unter Wasser trifft
Auf dieser Route begegnen einem an vielen Plätzen Muränen, Rotfeuerfische, Zackenbarsche, Riffhaie, Stachelmakrelen, Barrakudas, Napoleons, Meeresschildkröten, Mantarochen, Weichkorallen und Glasfische. Strömung und offene Riffkanten bringen Schwärme und größere Tiere ins Bild; an geschützten Sandflächen lohnt der Blick nach unten. Für besondere Funde fährt man gezielt weiter: Bei Thistlegorm kann ein Delfin auftauchen, ebenso der Fledermausfisch. Near Garden ist der Platz für den Grauen Riffhai und den Kaiserfisch. Ras Nasrani bietet die seltene Begegnung mit dem ozeanischen Weißspitzenhai und große Gorgonien. Woodhouse Reef ist für die Grüne Meeresschildkröte und Anemonen verzeichnet. Gordon Reef verbindet Riffhaie und Adlerrochen mit Gartenaalen, Steinfischen und Trompetenfischen. Rosalie Moller ist der einzige genannte Platz für die großäugige Stachelmakrele. Sichtungen bleiben Begegnungen, keine Zusage.
Die, die euch ins Wasser bringen
Die Crew spricht Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Russisch und Italienisch. Für internationale Gruppen ist das mehr als ein Komfortdetail: Briefings, Zeichen und Absprachen lassen sich leichter an die jeweilige Gruppe anpassen. Die Tauchplätze werden nicht alle gleich behandelt. Für viele Riffe ist Open Water mit fünfzehn geloggten Tauchgängen angegeben, während Bells, Canyon, Caves und Thomas Reef mit Advanced Open Water und fünfzehn beziehungsweise zwanzig geloggten Tauchgängen geführt werden. Das tatsächliche Niveau entscheidet am Ende die Tauchleitung zusammen mit den Bedingungen. Die Gruppen werden vor dem Einstieg gebrieft und mit den Zodiacs zum Platz gebracht. Für Notfälle liegen Sauerstoff und Erste-Hilfe-Kits bereit; die Crew ist in Erster Hilfe geschult. Zusätzlich stehen UKW-Funk, Ortungssystem, Radar, Sonar und GPS zur Verfügung.
Das Tauchdeck und die Ausrüstung
Auf der Tauchplattform stehen zwölf Liter fassende Flaschen mit DIN- und INT-Anschlüssen bereit. Fünfzehn-Liter-Flaschen sind gegen Aufpreis erhältlich. Gefüllt wird mit zwei Bauer-Mariner-Kompressoren; die Nitrox-Anlage arbeitet als Membransystem, und Nitrox ist ohne Aufpreis verfügbar. Für Sidemount gibt es passende Möglichkeiten, die konkrete Konfiguration sollte vor der Reise geklärt werden. Zwei Zodiacs mit Außenbordmotoren bringen die Gruppen zum Einstieg und holen sie dort wieder ab, wo sie auftauchen. Das erspart bei Strömung den langen Rückweg zur Plattform und ist bei Steilwand- und Drift-Tauchgängen entscheidender als ein besonders großer Aufenthaltsraum. Eine warme Dusche im Schiff und Außenduschen helfen nach dem Tauchgang. Leihausrüstung ist möglich; konkrete Marken und die Ausstattung für Foto- oder Spezialkonfigurationen sollten vorab erfragt werden.
Zwischen zwei Tauchgängen
Zwischen den Tauchgängen verteilt man sich auf die Sundecks, die teilweise beschattet sind, oder zieht sich in den klimatisierten Salon zurück. Die Terrasse und der Barbereich eignen sich für die kurze Pause mit einem Getränk, während die längere Oberflächenzeit eher nach Liege, Schatten und wenig Gespräch verlangt. Im Salon gibt es außerdem eine Bibliothek sowie Audio- und Videounterhaltung. Das ist nützlich, wenn der Wind auffrischt, die Sonne zu hart wird oder ein Nachmittag ohne weiteren Tauchgang ansteht. Die Fahrten gehören zum Tagesablauf: Das Schiff verlegt, die Decks werden ruhiger, und aus dem Tauchplatz wird langsam nur noch eine Linie am Horizont. WLAN ist an Bord vorhanden, doch die eigentliche Erholung beginnt meist dort, wo das Telefon liegen bleibt.
Ein Tag an Bord
Der Tag beginnt vor dem ersten Licht mit dem Wecken und dem Briefing. Danach geht es auf die Plattform, in die Gruppe und mit dem Zodiac zum Einstieg. Nach dem ersten Tauchgang folgen Rückkehr, Flaschenwechsel, Frühstück und die kurze Ruhe, bevor der nächste Briefing-Zettel und der nächste Sprung ins Wasser anstehen. Mehrere Tauchgänge teilen den Tag in klare Abschnitte; dazwischen liegt Zeit für Essen, Schlaf, Logbuch und den Blick über das Riff, an dem das Schiff gerade liegt. Während der Verlegung wird das Deck zum Ruheplatz und die Ausrüstung bleibt dort, wo sie für den nächsten Einsatz gebraucht wird. Ob ein Nachttauchgang stattfindet, hängt von Route, Bedingungen und Planung ab. Die Sinai Classic ist mit mehr als zwanzig Tauchgängen ausgeschrieben. Das ist ein dichter Rhythmus, aber kein Stundenplan, den man an jedem Tag identisch abarbeitet.
Was man an Bord isst
Die Küche arbeitet mit Buffetservice und verbindet westliche Gerichte mit lokaler Küche. Auf dem Tisch stehen vollständige Mahlzeiten, dazu gibt es Snacks über den Tag; vegetarische und vegane Optionen sind vorgesehen. Alkoholfreie Getränke, Wasser, Tee und Kaffee begleiten den Tauchbetrieb, Bier und Cocktails gehören nicht selbstverständlich dazu. Nach mehreren Tauchgängen zählt weniger die große Inszenierung als ein Teller, der ohne lange Wartezeit bereitsteht und wieder Energie bringt. Genau dort liegt die Stärke der Snefro Target: Die Verpflegung wird mit 9,6 besonders hoch bewertet. Das Essen ist an Bord kein Programmpunkt neben dem Tauchen, sondern die Pause, in der alle dieselben Erlebnisse sortieren, die nächste Flasche greifen und feststellen, wer am Riff den Adlerrochen zuerst gesehen hat.
Die Nächte auf See
Die Nächte verbringt man in klimatisierten Kabinen mit eigenem Bad und Bullauge. Zur Wahl stehen Twin-Kabinen auf dem Unterdeck, Doppel-Kabinen auf dem Oberdeck und eine Master Suite auf dem Hauptdeck. Das Bullauge bringt kein Panoramabild der See in die Koje, aber Tageslicht und eine Verbindung nach draußen. Entscheidend ist die Klimaanlage nach einem langen Tauchtag: Die Kabine bleibt ein Ort, an dem der Körper herunterfahren kann, ohne dass man auf ein eigenes Bad verzichten muss. Wer empfindlich auf Geräusche reagiert, sollte die Lage der Kabine bei der Buchung klären. An Bord eines Safari-Schiffs kommen Motor, Kompressor und Bewegungen des Rumpfs näher an die Schlafplätze als in einem Hotel. Die Kabinen sind rauchfrei und werden täglich gereinigt.
Zweibettkabinen, Unterdeck
Doppelkabinen, Oberdeck
Master-Suite, Hauptdeck
Was man vor dem Einsteigen wissen sollte
Die Snefro Target startet und endet in Sharm El Sheikh. Transfers vom Flughafen und vom Hotel sind eingeschlossen. Eine Anreise am Vortag nimmt Druck aus dem Reisetag und gibt Raum für Verspätungen oder verlorenes Gepäck.
Was das Schiff für den Ozean tut
Die Snefro Target ist Premier Member des Green Fins-Netzwerks in Ägypten. Damit gehört sie zu einer Initiative, die umweltverträglicheres Tauchen und den Schutz von Riffen unterstützt.
- Baujahr
- 2010
- Jahr der Renovierung
- 2023
- Länge
- 37 m
- Breite
- 9 m
- Maximale Passagierzahl
- 20
- Anzahl Kabinen
- 10
- Anzahl Badezimmer
- 13
- Motoren
- 2 × 460 PS G.M.
- Beiboote
- 2 Zodiacs mit 25-PS-Außenbordmotoren
- Webseite
- kingsnefrofleet.com ↗
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