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Banyuls-sur-Mer · Frankreich · Mittelmeer

Max. Tiefe · 48 m

Le Saumur, Banyuls-sur-Mer: Wracktauchen an einem gesunkenen Frachter

Tauche ein in die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und erkunde die weitreichenden Strukturen des Frachtschiffs Saumur, das aufrecht in 45 Metern Tiefe vor Port-Vendres liegt.

Was diesen Tauchplatz besonders macht

  • Historisches Wrack eines Kohlefrachters aus dem Zweiten Weltkrieg.
  • Große Tiefe von bis zu 48 Metern, was einen ausgedehnten Tauchgang ermöglicht.
  • Gut erhaltene Schiffsteile wie Kanone, Küche und Mannschaftsräume.
  • Beheimatet einen großen Conger im Bereich der Kettenbrunnen.
  • Vielfältiges marines Leben, darunter Anthias, Pollack und Nacktschnecken.
  • Die eindrucksvolle Notfallschraube am Heck des Wracks.

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Le Saumur der Tauchplatz im Überblick

Das Wrack des Saumur zeichnet eine bewegte Geschichte nach, von seinem Bau in Schottland 1920 als Kohlefrachter, über seine Zeit im Kolonialhandel Marokkos, bis zu seiner Umbenennung in „Le Valentino“ unter deutscher Requisition während des Zweiten Weltkriegs. Am 21. Mai 1944 wurde der Frachter vom britischen U-Boot HMS Upstart torpediert und sank vor der Küste. Heute liegt das Wrack aufrecht auf dem Kiel in einer Tiefe von 45 bis 46 Metern, wobei der höchste Punkt bei etwa 35 Metern liegt, was einen ausgedehnten Tauchgang ermöglicht und mehrere Abstiege zur vollständigen Erkundung erfordert.

Der Abstieg führt dich entlang der Struktur des Wracks, das trotz Torpedo-Einschlägen am Heck und im Bereich des Brückenaufbaus weitgehend intakt ist. Die zweite vordere Ladeluke ist eingestürzt, doch die erste Ladeluke sowie das Vorschiff sind gut erhalten. Hier kannst du die ursprüngliche Maschinenkanone entdecken, die noch auf ihrer Lafette drehbar ist – ein prägnantes Wahrzeichen dieses Wracks und ein faszinierender Anblick, der die militärische Vergangenheit des Schiffes greifbar macht.

Interessante Details finden sich auch im Bereich des Brückenaufbaus, der zwar stark beschädigt ist, aber dennoch Einblicke in das Leben an Bord bietet. Die Schiffsküche ist erstaunlich gut erhalten, und daneben kannst du die Überreste eines Badezimmers mit Badewanne, Waschbecken und einem kleinen Heizkörper erkennen, dessen schwarz-weiß karierte Fliesen noch zu erahnen sind. Diese kleinen, persönlichen Einblicke vermitteln ein Gefühl für den Alltag der Besatzung vor über 70 Jahren.

Weiter Richtung Bug, im Bereich der Kettenbrunnen der Ankerwinde, wartet ein großer Conger (Conger conger) auf deinen Besuch. Gehe behutsam vor und vermeide es, ihn mit deiner Lampe zu blenden, um sein Verhalten ungestört beobachten zu können. Die Anker des Schiffes liegen noch an ihrem Platz entlang des Rumpfes, und ihre massiven Ketten zeugen von der ursprünglichen Funktion des Frachters. Dies gibt dir einen konkreten Bezug zur Größe und dem Zweck des Schiffes vor seinem Untergang.

Das Heck des Saumur ist auf die Steuerbordseite gekippt, und die dort ursprünglich angebrachten Maschinenkanonen sind mittlerweile vom Wrack gefallen. Eine große Notfallschraube liegt neben den Winden und stellt ein weiteres, markantes Detail dar, das Fotografen und Wrackliebhaber gleichermaßen fasziniert. Die dritte Ladeluke ist gut erhalten und ihr Ende, zusammen mit den Mastbasen und Belüftungsschächten, bildet eine dreizackartige Struktur, die an den vorderen Bereich der Ladeluken erinnert.

Die Fauna am Wrack ist vielfältig. Neben dem bereits erwähnten Conger, der sich oft in den dunkleren Bereichen oder den Kettenbrunnen versteckt, triffst du auf Schwärme von Anthias (Anthias anthias) und Pollack (Pollachius pollachius), die über dem Wrack patrouillieren. Scorpionfische (Scorpaenidae) finden im Schutz der Schiffsteile Unterschlupf und Nacktschnecken wie die Flabellina (Flabellina affinis) und Doris (Doris verrucosa) beleben die Oberfläche des Wracks mit ihren leuchtenden Farben. Gelegentlich kann man auch Mondfische (Mola mola) oder Pennatulae beobachten, die sich in der Nähe des Wracks aufhalten.

Obwohl das Wrack stark frequentiert ist, schafft die Tiefe und die Größe des Saumur eine besondere Atmosphäre. Es ist eines der am häufigsten betauchten Wracks an der Côte Vermeille und bietet auch nach mehreren Tauchgängen immer wieder neue Entdeckungen. Die Lichtverhältnisse sind typisch für diese Tiefe, das Licht der Oberfläche dringt nur gedämpft durch und verleiht dem Wrack eine geheimnisvolle, fast unwirkliche Aura, besonders im Inneren der noch zugänglichen Bereiche.

Tauchen in Le Saumur: die Unterwasserwelt

Tauchbedingungen

Der Tauchgang zum Le Saumur ist anspruchsvoll und erreicht Tiefen von 35 bis 48 Metern. Du solltest mindestens ein Deep Diver-Zertifikat oder eine vergleichbare Ausbildung besitzen und über Erfahrung in tieferen Tauchgängen verfügen. Durch die erforderliche Dekompression und die potenzielle Kühle in diesen Tiefen ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Die beste Zeit, um die Sicht und das marine Leben in vollen Zügen zu erleben, ist im Frühling.

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